1981: Raimund Hinko – Karl-Heinz Rummenigge

Veröffentlicht am: 9. Januar 2008 | Kategorie(n): Fußball-Bücher

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Buch: Raimund Hinko – Karl-Heinz Rummenigge

Der heutige SportBild-Redakteur Raimund Hinko hatte schon früh einen engen Kontakt und guten Draht zu den Spielern des FC Bayern München. Ihm erzählen sie bis heute so manches kleine Geheimnis schon ein paar Tage eher als den anderen schreibenden Kollegen. Diesen Umstand hat sich Anfang der 80er-Jahre zuerst der Copress-Verlag und dann in der Taschenbuch-Ausgabe der Moewig-Verlag zu Nutze gemacht und eine Reihe von persönlichen Portraits erstellen lassen. Nun war also der früher als „Rotbäckchen“ verschriene Bayern-Profi aus Lippstadt, „Karl-Heinz Rummenigge“, mit einem eigenen Buch über sich an der Reihe, das er sich nach Meinung des Verlags auch redlich verdient hatte: „Sein Weg zur WM ist der Weg einer Traumkarriere, die sich in wenigen Jahren vollzog. Sein Talent, seine Zweifel, sein Aufstieg und sein Leben als Fußballstar werden hier von einem Intimkenner der Bundesliga beschrieben, dem Karl-Heinz Rummenigge Rede und Antwort stand.“

Raimund Hinko macht keinen Hehl aus seiner besonderen Nähe zu den Fußball-Stars. Er plaudert über sie wie über alte Freunde. Meist werden auch die Ehefrauen der Spieler nur mit ihrem Vornamen genannt und direkt mit in die Geschichten eingebunden – „Lieber Kalle, wir haben am Samstag um 8 Uhr im Kolpinghaus den Schulball. Ich lade Dich herzlichst ein. Bussi, Martina“. Hinkos Geheimnis ist es, so zu tun, als ob er stets im Schatten seiner Protagonisten lauert und so jedes ihrer Worte und der umstehenden anderen Personen aufschnappt. Die Art der Wiedergabe ist dadurch äußerst lebendig und vermittelt den Glauben daran, so und nicht anders wird es gewesen sein. Vor allem die häufig eingesetzte wörtliche Rede lockert die unterhaltsam erzählten Passagen über die Karriere des Karl-Heinz Rummenigge zusätzlich auf. Der Leser verliert so schnell seine letzten Zweifel und vergisst, dass hier jemand über Ereignisse spricht, bei denen er gar nicht unmittelbar dabei gewesen ist.

Egal, so ähnlich wird es sich damals beim dramatischen Trainingszwischenfall und dem daraus resultierenden Daumenbruch ein paar Monate vor der WM 1978 sicherlich schon abgespielt haben: „Als Kalle am Freitag beim FC Bayern vorbeischaute, lachte ihn Trainer Lorant aus. Er hatte ja vorher sogar beim schwerer verletzten Branko Oblak (Zehenbruch) angeordnet, dass der Gips sofort entfernt wird. Er selbst hatte sich zeitlebens nie operieren lassen. Obwohl in beiden Beinen der Meniskus total kaputt war. ‚Also’, sagte er verächtlich: ‚Was willst du mit dem gebrochenen Daumen viel Theater machen. Du spielst morgen gegen Saarbrücken.’ Rummenigge war so verwundert, dass es ihm die Sprache verschlug. Er packte seine Tasche und stieg ein in den Bus, der ins Trainingslager fuhr, und Kalle spielte tatsächlich gegen Saarbrücken.“Hinko, Raimund: Karl – Heinz Rummenigge. München: Moewig 1982


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