Buch: Homan, Ulrich & Thoman, Ernst (Hg.) – Als die Ente Amok lief
Der Klartext-Verlag aus Essen hat sich Ende der 80er Jahre mit einer ganzen Reihe von hervorragenden Fußball-Büchern einen Namen gemacht. Dabei sticht der wunderschön betitelte Band „Als die Ente Amok lief“ mit „Geschichten aus den ersten 10 Jahren Fußball-Bundesliga“ der beiden Journalisten Ulrich Homann und Ernst Thoman noch einmal besonders heraus. Nostalgie pur soweit das Auge reicht!
Und wenn Geschichten überschrieben werden mit „Professor Hennes und die Fohlen“ oder „Der Verlust der Spitznamen“, dann wundert es fast gar nicht, dass die Herausgeber damals – in wahrhaft nicht rosigen Zeiten für den Fußball – meinten ‚früher war alles besser’: „Als die Bundesliga laufen lernte, hatte der Fußball noch einen anderen Stellenwert als heute. Die Liga war die Sensation schlechthin, und die Fans fieberten den Wochenenden entgegen. Unvergessene Spielerpersönlichkeiten prägten das Geschehen; neben ihnen würde mancher Star von heute blass aussehen.“
Und die Stars hießen damals tatsächlich nicht einfach nur ‚Klinsi’, ‚Poldi’ oder ‚Schweine’, sondern hatten Spitznamen wie ‚Eia’ (Krämer), ‚Ata’ (Lameck) oder ‚Köttel’ (Versen), die allesamt als Spieler des VfL Bochum auf sich aufmerksam machten. Einer mit einem ganz besonders schönen Spitznamen war der Essener Linksaußen Willi „Ente“ Lippens. Lippens „watschelte“ so wunderbar die Außenlinie entlang, dass er schon nach wenigen Spielen nur noch „Ente“ von den Zuschauern gerufen wurde. Doch der Niederländer Lippens war nicht nur auf dem Platz jemand, der auffiel. Seine vor Schalk blinzenden Augen erfreuen immer noch seine vielen Fans. Er ist ein Idol geblieben, von denen es, seiner Meinung nach, heute viel zu wenige gibt: „Die Persönlichkeiten fehlen, weil die Schatten der Trainer zu lang sind. Der Spielraum fehlt nicht nur auf dem Rasen. Der fehlt überhaupt, sein eigenes Ich zu finden. Und dann muss man eben groß sein. Ich habe erst mein Tor und dann die Witze gemacht. Und den Trainer hätte ich sehen wollen, der mich da raus genommen hätte.’ Keiner hat es gewagt, ein Schiedsrichter hat es besorgt. Und eine Anekdote für die Ahnengalerie. ‚Herr Lippens, ich verwarne Ihnen’, hat er gesagt. ‚Ich danke Sie’, antwortete ‚Ente’ und musste gehen.“
Homan, Ulrich & Thoman, Ernst (Hg.): Als die Ente Amok lief. Essen: Klartext 1989











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