Tschik Cajkovski – Ich mache Mannschaften Sein Trainer in München ist zu der Zeit kein geringerer als Tschik Cajkovski. Eine schillernde Persönlichkeit, die nicht nur wegen des fortgeschritteneren Alters, sondern vor allem auch aufgrund eines ereignisreichen Lebens viel zu erzählen hat. Das Buch „Ich mache Mannschaften“ führt den Leser entlang Cajkovskis Karrierestationen als Spieler und Trainer über mehrere Kontinente und spart vor allem – was für die damalige Zeit als durchaus ungewöhnlich zu bezeichnen ist – auch den zweiten Weltkrieg und seine Folgen nicht aus. Obwohl der Jugoslawe aus Zagreb sagt „Mit Politik habe ich mich nie befasst. Mein Leben hieß und heißt Fußball!“, schildert er die Zeit in der Mannschaft seiner kleinen „Partisanen-Brigade“, die nach dem Rückzug der deutschen Truppen sich im ganzen Land ausbreiteten, eindrucksvoll. Doch für Tschik, der eigentlich „Zlatko“ heißt, entwickelt sich das Leben nach dem Krieg günstig und so bietet ihm die neu gegründete Armeemannschaft und der später als Verein für Furore sorgende Klub, „Partizan Belgrad“, einen Vertrag zu seinen Bedingungen an: „Ich durfte Zivil tragen, bekam (als Soldat!) eine Arbeitsstelle mit Verdienstmöglichkeit zugewiesen, freie Kost und Wohnung zugesagt und den Betrag genannt, den ich zusätzlich mit dem Fußballspielen verdienen konnte. Das alles wurde fixiert am 4. Oktober 1945. An diesem Tag begann meine Karriere als Fußballprofi…“. Wie es damals üblich war, durfte auch seine Ehefrau Rada ein paar Zeilen für das Buch verfassen und die sind durchaus amüsant, wie folgende kleine Anekdote über ein Spiel ihres Mannes im Februar 1949 beweist: „Im großen Rivalenkampf Partizan gegen Roter Stern (1:0) hatte ihn wieder einmal der Teufel geritten. Er hatte sich während des Spiels auf den Ball gesetzt und den Gegner gefoppt: ‚Komm doch her, hol dir den Ball, wenn du kannst!’ Nicht einmal der Schiedsrichter hatte an Zlatkos ‚Erfindung’ Anstoß genommen, aber den Funktionären auf der Tribüne war dieser Spaß dann doch zuviel, zumal auch noch eine ausländische Delegation anwesend war.“
Der heißblütige Cajkovski wurde daraufhin für einige Wochen „vereinsintern“ gesperrt, doch sein Temperament blieb ihm später auch als Trainer erhalten. Seine „Explosionen“ nach verlorenen Spielen waren von seinen Mannschaften gefürchtet und so überraschte es viele, als er im September 1962 als Trainer des 1. FC Köln nach einem Europapokalspiel beim schottischen FC Dundee ruhig blieb. 1:8 hatten die Rheinländer verloren und die selbst noch untröstlichen Spieler versuchten ihren schwer angeschlagenen Trainer zu trösten. Doch Tschik Cajkovski war nicht zu besänftigen und sagte so kurz vor dem Heimflug den legendären Satz: „Winschte, Maschine stirzt ab“ oder wie es im Buch entschärft und weniger radebrechend heißt „Am besten ist, Flugzeug stürzt ab“.
Cajkovski, Tschik: Ich mache Mannschaften. München: Copress 1966











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