Buch: Peter Bizer – Günter Netzer. Rebell am Ball „Rebell am Ball – ein außergewöhnliches Buch über einen außergewöhnlichen Fußballspieler. Günter Netzer, der Kapitän des zweimaligen deutschen Meisters Borussia Mönchengladbach, lässt sich nicht mit jener Elle messen, die an den Fußballhelden vergangener Zeiten angelegt wurde.“ Und deshalb könnte man – diesen Abschnitt aus dem Klappentext – auch weiter fortsetzen, unterscheidet sich allein schon die Aufmachung des großformatigen Buchs von denen seiner Mitstreiter. Hervorragende Fotografien des Sportlers und Privatmannes Netzer, geschossen von einem Star der Szene, Sven Simon, und ebenso ansprechende Texte, gespickt mit vielen Hintergrundinformationen, von Peter Bizer heben den Band inhaltlich wie optisch von bisherigen Veröffentlichungen ab. Die feine Skizzierung des Fußballers und Privatmenschen Günter Netzer erlaubt tiefe Einblicke in die Persönlichkeit dieses tatsächlich immer irgendwie „außergewöhnlichen“ Sportmannes: „Günter Netzer hält nichts vom geselligen Beisammensein nach der gemeinsamen Arbeit, betrachtet Umtrunke als vertane Zeit. Dennoch, meint er, habe er gerne Leute um sich, nur eben ständig nicht die, mit denen er zusammen Fußball spielt. Es gab schon Krach deshalb, in der Mannschaft fühlten sich einige brüskiert, doch Günter Netzer fand Unterstützung, vor allem von seinem Trainer. ‚Ich bin eben anders als ihr. Ich habe meine eigenen Probleme. Deshalb könnt ihr mir nicht böse sein.’ Das hat er zu ihnen gesagt. ‚Seither ist Ruhe’, glaubt er zu wissen. Die Mutter kennt ihren Sohn. ‚Er hat sich schon als Junge immer etwas abgesondert. Der Günter war zu allen gut Freund, doch wenn seine Kameraden draußen auf der Straße aufhörten mit ihrem Fußballspiel, dann redete er noch ein paar Minuten mit ihnen und kam dann nach Hause. An den Ecken ist er nie herumgestanden. ‚Die reden doch bloß blödes Zeug.’, sagte er zu mir.“ Anders war Netzer auch immer schon jenseits des Fußballplatzes. In Erinnerung blieben bis heute besonders die durchweg schwarze Wohnung, die er zusammen mit einer langjährigen Freundin hatte oder aber auch sein finanzielles Geschick. Wo früher wie heute die Profis landauf, landab gerne sagen, dass sie neben dem Fußballspielen immer so wenig Zeit für andere Dinge haben, lenkte der Geschäftsmann Netzer bereits als junger Mann „eine komplette Elf“: „Zwei Barkeeper, ein Versicherungsfachmann, zwei Servierfräuleins, ein Prokurist, drei Werbefachleute, ein Portier und der Chef – ein komplettes Team.“, schreibt Bizer und lässt abschließend Netzer sagen: „Es wäre schlimm, wenn ich mich nur um den Fußball kümmern müsste.“ Und wie schließt sein langjähriger Trainer, Hennes Weisweiler, das Vorwort so treffend: „Wer zwischen den Zeilen liest, müsste zudem erkennen, dass der Fußballprofi Günter Netzer seinen Wert kennt und dabei doch ein feiner Kerl geblieben ist.“ Was wohl nicht nur sein kongenialer ARD-Kommentatorenpartner Delling bestätigen dürfte. Bizer, Peter: Günter Netzer. Rebell am Ball. Frankfurt: Wilhelm Limpert 1971











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