Fußball-Buch 2005: Bodo Illgner und Bianca Illgner – Alles. Ein fiktiver Tatsachenroman

Veröffentlicht am: 22. Februar 2008 | Kategorie(n): Fußball-Bücher

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Buch: Bodo Illgner und Bianca Illgner – Alles. Ein fiktiver Tatsachenroman

„Seit ihrem Karriere-Ende 2001 leben Illgners mit ihren drei Kindern im Süden Spaniens und arbeiten als Autoren“, steht unter einem Foto, das zwei glücklich lächelnde Menschen vor einem Computer zeigt. Bodo, einer der beiden Autoren, hat sogar den Titel des Buchs in sein Jersey eingraviert: „Alles“.

Bodo Illgner und Bianca Illgner haben einen „fiktiven Tatsachenroman“ geschrieben, der offensichtlich von der Fachpresse wenig beachtet wurde. Das mag an der ungewöhnlichen Form liegen – abwechselnd schreiben Bodo (hier „Kevin“) und Bianca („Jasmin“) ihre Sicht der Dinge zu speziellen Ereignissen nieder – oder aber auch an dem eher langweiligen Sprachstil der beiden. Trotzdem lohnt die Lektüre schon deshalb, weil es großen Spaß macht, die unterschiedlichen „fiktiven“ Namen – wie „Bundestrainer Peter Wadenbein“ – realen Personen (na?) zuzuordnen. Was ist wahr und was bloß dazu erfunden?

Diese Frage stellt sich dem Leser ständig. Nimmt man noch andere Quellen der Fußball-Literatur zur Hand, kann sich schnell eine besondere, fast kriminalistische Begeisterung entwickeln. Denn wer wollte nicht schon immer einmal einen Blick hinter die Kulissen beispielsweise der Feierlichkeiten in den Stunden nach dem WM-Triumph von 1990 werfen? Die fiktiven Illgners haben diese Momente so erlebt:

„’Hey, herzlichen Glückwunsch!’, freute ich mich für ihn. ‚Ihr habt das echt super gemacht!’ Ich war glücklich, ihn endlich wieder für mich zu haben. Aber die Rechnung hatte ich ohne die vielen anderen Leute gemacht, die ebenfalls zur Feier eingeladen waren. Weiß der Teufel, wer das alles war. Jedenfalls verbrachte ich den Abend nicht in Kevins Begleitung. Ich kriegte ihn immer nur mal kurz zu Gesicht und schon war er wieder verschwunden. Zu weit fortgeschrittener Stunde stand er mit glasigem Blick schwankend vor mir und lallte: ‚Isch bin todmüde. Isch glaub’, ich muss jetz’ schlafen. Kannst du mich noch auf mein Zimmer bringen? Isch wei, weiß ja gar nicht mehr wo mein schönes Zimmer is’.’ Stützen musste ich ihn zwar nicht, aber den Weg zu unserem Zimmer hätte er alleine tatsächlich nicht mehr gefunden. Samt Kleidung ließ er sich mitten auf das Doppelbett fallen und schlief im Handumdrehen ein. Mühsam zerrte ich ihn ein wenig zur Seite, damit auch ich Platz zum Schlafen fand.“

Neben den Geschichten über die fußballerischen Triumphe und Schicksalsschläge von „Kevin“ nehmen unverhältnismäßig viele sexuelle wie erotische Erzählpassagen einen Großteil des Buchs ein. Mal geht die Hauptfigur ins Bordell, dann schläft er mit „Jasmins“ bester Freundin und nebenbei macht er auch noch die eigene Frau glücklich. Ob man das allerdings tatsächlich so in einem „fiktiven Tatsachenroman“ lesen möchte, bleibt dahin gestellt. Vorne auf dem Cover sind übrigens auch „Kevin“ und „Jasmin“ abgebildet – für einen Moment könnte man allerdings auch meinen, es wären die Illgners:

„Seine Berührungen mit Fingern und Zunge brachten mich zur Ekstase. Alle Ängste und Sorgen rückten in weite Ferne. Ich ließ mich einfach fallen und spürte nur noch dieses wohlige Gefühl, das sich zwischen meinen Schenkeln breit machte. Ich wollte noch mehr davon und bewegte meinen Körper in rhythmischen Bewegungen auf und ab. Wie in Trance warf ich meinen Kopf von einer auf die andere Seite. Ich wollte ihn ganz, sofort! Langsam drang er immer tiefer in mich ein. Ich schrie und keuchte vor Entzücken. Meine Bewegungen wurden immer kräftiger und schneller…“

Illgner, Bodo und Bianca Illgner: Alles. Ein fiktiver Tatsachenroman. Köln: Edition Steffan 2005

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Ausschnitt aus dem Buch: “Der Ball ist eine Kugel. Das große Buch der Fußballbücher”, Ben Redelings, 2007


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