Nach den Ereignissen von Bielefeld rückten in den letzten Tagen die Bochumer “Ultras” in den Mittelpunkt des Interesses. Anscheinend nicht ganz zu Unrecht, wie auf der Webseite der UB vermerkt ist: “Da einer der Verdächtigen aus unserem Kreis zu stammen scheint…”.
Mir persönlich ist bereits bei der Banneraktion gegen Dortmund das “Austicken” eines der organisierten Bannerhalter unterm Dach mehr als negativ aufgefallen. Völlig außer Kontrolle geraten, boxte sich dieser junge Mann durch die enge Menschenmenge, als das Banner wieder herunter gelassen wurde. Dass auf diesem Wege nicht mehr passiert ist, ist nur der äußerst bedächtigen Reaktion aller Umstehenden zu verdanken.
Nun haben die Ultras in ihrer Erklärung auch folgendes verkündet: “Wir ULTRAS BOCHUM sind uns über die große Verantwortung gegenüber der Ostkurve Bochum im Klaren und werden in Zukunft versuchen so auf die Kurve einzuwirken, dass solche Szenen nicht wieder vorkommen.”
Ein durchaus sinnvolles Schlusswort, schaut man sich aber noch einmal genauer den Flyer zum Spiel in Bielefeld an, dann fallen einem Sätze wie dieser auf: 
Erst einmal muss man feststellen, dass sich offensichtlich eine Verschiebung der wahrnehmbaren Verhältnisse in einem Stadion durch die Ultras in den letzten Jahren ergeben haben muss. Doch sie sollten endlich begreifen, dass nicht sie es sind, die bei einem Fußballspiel im Mittelpunkt stehen. Einen AUFTRITT haben in einem Stadion nur die Spieler!
Und zweitens: Wenn man jungen Menschen in einem Flyer einen Satz wie “die Alm in Grund und Boden stampfen” vorsetzt, dann erwartet man schon sehr viel von diesen Leuten. Nämlich dass sie möglicherweise alkoholisiert und potentiell im Rahmen eines Fußballspiels auch agressiv gestimmt, ihre Aktionen und Reaktionen jederzeit unter Kontrolle haben.
Ich bin ehrlich: Die Entwicklungen der letzten Jahren machen mir Angst. Wie meine Position zu diesem Thema ist, habe ich zusammen mit Martin Brand in unserem Film “Wem gehört das Spiel?” zum Ausdruck gebracht. Unsere prognostizierten Schreckensszenarien scheinen leider auf allen Ebenen Realität zu werden…












die fans und somit auch die ultras haben sehr wohl einen “auftritt”, was wäre das ganze spektakel ohne sie?
grundsätzlich stimme ich dir ja zu, aber diese hysterische repressionspolitik in den stadien ist genauso verfehlt, wie gewalt gegen personen im fanblock. die verfehlten, überzogenen und mit dem grundgesetz teils nicht zu vereinbarenden “sicherheits”maßnahmen in den stadien gehen hand in hand mit den derzeit diskutierten innenpolitischen absurditäten (nationaler sicherheitsrat, online durchsuchung etc.) und auswüchsen (bnd-affäre)… das finde ich in wahrheit erschreckend und katastrophal für den fussball und seine fankultur!
bei all dem sollte man zudem nicht vergessen, dass die gegenseite der ultra-medaille, nämlich der kommerzialisierte (moderne) fussball eine entwicklung ist, die mindestens genauso angsteinflössend, weil spielzerstörerisch, ist. die ultrabewegung ist da doch grundsätzlich die einzig richtige und begrüssenswerte konsequenz, finde ich. aber das ist in eurem schönen film, im gegensatz zu deinem sehr einseitigen kommentar hier, ja auch sehr gut und ausgewogen dargestellt.
nichts für ungut!
christiane sabinsen