Mit leuchtenden Augen trabten wir neben unserem Lieblingstorwart Ralf Zumdick und diesem von Gott persönlich gesandten Adonis zum Leichtathletikplatz am Ruhrstadion. Dass wir eigentlich zum Schulsport mussten, hatten wir beim Anblick unserer Idole natürlich komplett vergessen. Jeden Schritt dieses gut gebauten Mannes verfolgten wir mit Argusaugen. Er bewegte sich einfach klasse. Stramme Waden, kräftige Beine und ein gestählter Oberkörper. Ja, das musste er sein, unser neuer Wunderstürmer aus Ungarn. Diese pfeilschnelle Puszta-Rakete, die die gegnerischen Abwehrreihen mit ihrem wuchtigen Antrieb im Alleingang auseinanderschraubte. Der Knaller zur neuen Spielzeit. Die Saison 1989/1990 schien groß zu werden. Und das hatten wir alles einzig und allein dieser Granate mit dem wohlklingenden Namen Laszlo Farkashazy zu verdanken.
Ich muss im Nachhinein eingestehen, dass ein wenig des prickelnden Zaubers und der Hoffnung auf baldige Meisterschaftssausen bereits am Eingang zum Trainingsplatz wieder verflogen war. Ralf Zumdick hatte mitten im lockeren Gang plötzlich auf die runde Lederkugel in seinen Händen gezeigt und gemeint: »Laszlo, Ball. Das ist ein Ball, Laszlo«. Und unser ungarischer Transfercoup hatte die »Katze« dabei so verständnislos angegrinst, als wollte er sagen: »Hast du, alter Dämlapp, als einziger hier noch nicht mitbekommen, dass ich eigentlich 110-Meter-Hürdenläufer bin und von Fußball überhaupt keine Ahnung habe?«
Nach acht Spielen, bei denen Laszlo Farkashazy aus Sicherheitsgründen zumeist erst um die 86. Minute den Rasen betreten durfte, war der Traum vom Wunderstürmer aus der Puszta dann auch wieder vorbei. Eine weitere Transferhoffnung hatte sich in Luft aufgelöst.
Ein Ausschnitt aus: “Dem Fußball sein Zuhause. Pöhlen, Pils und Pokale entlang der B1″ erscheint im September 2009!












Gute Güte…..den hatte ich gar nicht mehr im Kopfarchiv! Jau, den gabs ja auch mal….