Eine weitere Revierlegende ist leider verstorben: Horst “Schimmi” Szymaniak, der grosse Aussenläufer aus Erkenschwick!

Veröffentlicht am: 11. Oktober 2009 | Kategorie(n): Rückpass: Fußball-Nostalgie

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Den Erkenschwicker Horst Szymaniak hat man über Jahrzehnte hinweg versucht, bewusst falsch zu verstehen. Auf die lächerliche Lügengeschichte bei Gehaltsverhandlungen in Karlsruhe, als der Außenläufer eine 1/3-Beteiligung an einer Tankstelle mit den Worten »Ich will mindestens 1/5« ablehnte, muss man gar nicht mehr näher eingehen.

Aber dass man ihm immer noch eine andere Geschichte vorhält, finde ich mehr als erstaunlich. c-redelings_11.jpgSchließlich sollte man sich erst einmal in Horst Szymaniak hinein versetzen, bevor man über ihn urteilt. Der arme Mann hatte in den späten fünfziger Jahren bereits tagelang diesen Singsang des sogenannten »Mannemerisch« – »Do laaft de Negga in de Roi noi.« – »Hier fließt der Fluss Neckar in den Fluss Rhein.« – des Bundestrainers Sepp Herberger über sich ergehen lassen müssen, bevor dieser ihn nach einem schlechten Länderspiel in der Kabine bewusst auf Hochdeutsch anmeckerte: »Aber Horst, ich hab Euch doch gesagt, Ihr sollt mit Köpfchen spielen.« Natürlich nur im Scherz antwortete Szymaniak daraufhin: »Aber was wollen Sie machen, Trainer, wenn die den Ball dauernd flach halten?!« Naja, Humor war ja bekanntlich noch nie eine besondere Stärke des DFB!

Eine klassische Medienente ist auch die zugegebenermaßen schöne Anekdote von der WM 1958. Horst Szymaniak soll dort bei der feierlichen Begrüßung dem schwedischen König gesagt haben: »Dat kenn ich vom Schützenfest in Oer-Erkenschwick.«

Wirklich nicht unlustig, aber natürlich auch nicht wahr. Richtig ist, dass der legendäre Außenläufer und spätere Italienlegionär dem schwedischen König tatsächlich direkt in die Augen geguckt hat – aber aus einem, wie ich finde, mehr als sympathischen Grund. Als Rechtfertigung vor Herberger zitierte Szymaniak nämlich den schönen alten Bergmannsspruch: »Kein Kniefall, auch nicht vor gekrönten Häuptern!«

Wie gemein gerade Journalisten sein können, beweist eine ganz und gar nicht eindeutige Bildunterschrift unter einem Foto der zufrieden strahlenden Familie mit Hund vor wenigen Jahren: »Das große Glück der Liebe genießt Rentner Szymaniak heute zusammen mit seiner Frau Marga und Schäferhund Grischa.«

Der Text ist ein Ausschnitt aus dem neuen Buch: “Dem Fußball sein Zuhause. Pöhlen, Pils und Pokale entlang der B1″

1 Kommentar

1. p-links oben | 11. Oktober 2009 um 11:55:30

und was die wenigsten wissen:

“Die Figur Schimanski wurde von den Drehbuchautoren Bernd Schwamm und Martin Gies, dem Regisseur Hajo Gies sowie Götz George entworfen. Charakteristisches Markenzeichen ist seine beige-graue M65-Feldjacke; umgangssprachlich auch „Schimanski-Jacke“ genannt. Der Name ist inspiriert durch den Fußballer und ehemaligen Bergmann Horst Szymaniak.”

Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Schimanski

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