Ab sofort berichtet unser Niederlande-Korrespondent Moddin Meyer (Rotterdam) in unregelmäßig-regelmäßigen Abständen aus dem Land des Käses, der Tulpen und der Cruyffs.
Salonfähiges Schmieren?
Diesen Sonntag findet das erste von zwei Pokalendspielen zwischen Ajax und Feyenoord statt. Am vergangenen Freitag hat der KNVB überraschend beschlossen, den KNVB-beker in zwei Spielen, in Amsterdam und Rotterdam auszutragen. Austragungsort des Finales ist eigentlich ausschließlich der Rotterdamer „Kuip“. Die Bürgermeister von A’dam und R’dam hatten bereits letztes Jahr beschlossen, Begegnungen zwischen Ajax und Feyenoord bis 2014 ohne Gästefans stattfinden zu lassen. Für das Pokalfinale hatte man sich zunächst auf eine Ausnahmeregelung verständigt.
Nun aber hatten vor allem Ajax’ Fans die Stimmung im Vorfeld stark angeheizt und den 25. April zum „Bloody Sunday“ erklärt, an dem man die zweite Stadt des Landes ein zweites Mal dem Erdboden gleich machen werde. Politik und Polizei fürchteten um die Sicherheit der Sicherheit, bzw. befanden die nötigen 1 Million € belasting-centjes (Steuergelder) für einen zu hohen Preis. Für den KNVB zahlt sich das doppelte Finale kräftig aus, denn anstelle einmalig 25.000 Karten (Risikospiel mit begrenztem Kontingent) zu verkaufen, kann man nun insgesamt 100.000 (nur Heimfans) an den Mann bringen. Holländischer Geschäftssinn oder das Unvermögen, ein Pokalfinale über die Bühne zu bringen? Die Chancen für eine WM 2018 in den Niederlanden und Belgien seien nunmehr dahin, spotten manche. Viele Feyenoord Fans schäumen, 150 von ihnen stürmten das Training ihrer Mannschaft und forderten diese auf, die bevorstehende Liga-Begegnung gegen Twente Enschede absichtlich zu verlieren, um zu verhindern, dass das verhasste Ajax Meister wird…
…nach dem 2:0 gegen Feyenoord liegt Twente vor dem letzten Spieltag (zwischen den beiden Pokalfinals) einen Punkt vor Ajax, gilt aber nicht unbedingt als Favorit, weil es nach Breda reisen muss: für NAC geht es noch um die Teilnahme am internationalen Geschäft. Ajax-Trainer Martin Jol dachte laut darüber nach, die Bredanaars zusätzlich mit einer Prämie zu motivieren. Ein dicker Scheck von „Shrek“ im Falle eines NEC-Sieges? Der KNVB erklärte, dass dies nicht illegal wäre.
Der schöne Mammon spielte wohl auch eine gewichtige Rolle im Falle des doppelten Dickchens (siehe: Post uit NL 9): Nach nur rund 6 Monaten löst Dick Advocaat seinen Vertrag (bis Sommer 2012) mit dem belgischen Fußballbund auf. In Russland wird er deutlich mehr verdienen. „Wenn der Frühling kommt…“ rollen Rubel, werden Würfel fallen – hoffentlich mit der Honigseite nach oben, und hoffentlich ganz ohne Randale!













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