Als Kaiser Franz Beckenbauer dem VfL Bochum einmal zu einem Sieg bei den Bayern aus München verhalf!

Veröffentlicht am: 28. April 2010 | Kategorie(n): Fußball-Anekdoten

Frank Benatelli hat seine gute Laune mit hoch auf die Bühne gerettet. Schamvoll gesteht er, dass er damals bei der Wahl des Geburtsorts für die Kinder seiner Frau unterlegen gewesen ist. Statt in Bochum sind beide in Witten zur Welt gekommen. Für ihn als Ur-Bochumer ist das natürlich eine nie verheilte und immer noch schmerzende Wunde: „Das ist wie ein Schlag ins Gesicht. Aber meine Frau ist Erzieherin und so ein bisschen anthroposophisch angehaucht. Die Kinder sind auch zur Waldorf-Schule gegangen. Die können mittlerweile ihren eigenen Namen tanzen. Wahnsinn! Aber, und da bin ich stolz drauf, die haben den Fußball vom Vatta geerbt. Die spielen beide. Und nicht gerade schlecht!“

In der zweiten Reihe wippt ein Fan im VfL-Trikot aufgeregt hin und her. Ganz wie in der Schule hebt er seinen rechten Arm und schnippst mit dem Finger. Wir schauen alle drei gleichzeitig zu ihm herunter: „Na, dann mal los!“

„Herr Benatelli, Sie waren ja bei unserem einzigen Sieg bei den Bayern nicht nur dabei, sondern haben doch bestimmt noch Ihr Tor im Kopf, oder?“

Frank Benatelli strahlt: „Ja, gut, sicherlich, hat man die Szene noch vor Augen. Mittwochabend. 20.000 Zuschauer im Olympiastadion. 81. Minute. Wir führen bereits durch ein Tor von Heiko Bonan mit 1:0. Der Ball kommt ca. 20 Meter vor dem Kasten zur mir rübergerollt. Ich zieh knallhart ab, und Raimond Aumann im Tor der Bayern hat keine Chance. Drin isser!“ Der Ball rauscht vor unserem inneren Auge noch einmal vorbei und landet mit einem satten Geräusch klatschend in den Maschen des Olympiastadions. Tosender Beifall brandet auf. Das Publikum schwenkt voller Erinnerungen sehnsüchtig die mitgebrachten Schals und Fähnchen. Mitten in den Applaus hinein ruft Benatelli lachend: „War allerdings auch kein großes Ding, dass wir das Spiel gewonnen haben. Unser Trainer war ja damals der Anzugträger und Weltmeister-Assistent von 1990, Holger Osieck. Und da ist sein Freund, der Franz Beckenbauer, vor dem Spiel in unsere Kabine gekommen und hat gemeint: ‚Immer nur schön über links spielen. Da steht der Ziege, der kann nichts.’ Und was soll ich sagen: Das haben wir dann auch ganz genau so gemacht!“

Ausschnitt aus dem Buch: Fußball ist nicht das Wichtigste im Leben – es ist das Einzige

Ähnliche Beiträge

Hinterlasse einen Kommentar

Folgende Tags können genutzt werden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <blockquote cite=""> <code> <em> <strong>