Heute ist Montag, ich sitze am Rechner und schaue Videos bei youtube durch. Und da ist er auch schon: der Fund des Tages. Der bärtigste Trainer der Liga, Friedhelm Funkel, als Superman. Strenger Scheitel und der Hoden unter der roten Shorts eng zusammengedrückt. Für einen Klassiker der Kinospotwerbung hat der damals frisch umbenannte Verein KFC Uerdingen (vormals Bayer) den prägnanten wie irreführenden Titel „Natural Born Winners“ (was für eine grausame Anmaßung) gewählt. Und der ewige Sunnyboy und Liebling der Massen, Funkel, musste dafür nicht nur die ihm auf den Leib geschriebene Paraderolle Superman, sondern auch den charmanten Humphrey Bogart (wen auch sonst?) geben. Allen Ernstes sagt er mit einem schicken Hut auf dem Kopf und einem Trenchcoat um die Lenden den Satz: „Schau mir in die Augen, Kleines.“ Zu einer natürlich völlig elektrisierten, allerdings etwas billig dreinschauenden Blondine.
Ich muss zugeben, dass ich den Trainer Friedhelm Funkel von unserer ersten Begegnung an nicht leiden mochte. Es muss irgendwann Anfang der Neunziger in der altehrwürdigen Grotenburg-Kampfbahn zu Uerdingen gewesen sein, als ich ihn das erste Mal an der Seitenlinie rumtänzeln sah. Immer wild gestikulierend und laut schreiend habe ich ihn in Erinnerung. Irgendwie habe ich geglaubt, er sei ein Öko und eigentlich ganz okay, aber was er da an der Seitenlinie abgezogen hat, war immer scheiße. Mein größter Albtraum ist bis heute Gott sei Dank nie Realität geworden: Friedhelm Funkel als Trainer beim VfL Bochum. Falls dies jemals der Fall sein sollte, wäre wohl der Tag der Entscheidung angebrochen. Ich oder dieser Superman-Verschnitt. Der Verein hätte die Wahl. Aber wahrscheinlich würde Funkel dann wieder in seine Trickkiste greifen, diesmal das Kostüm von Arnold Schwarzenegger herausnehmen, mir ein übel genöltes „Hasta la vista, Baby“ entgegenschleudern und mich mit einer Riesenwumme aus dem Ruhrstadion ballern. So wird es wohl unausweichlich kommen müssen. Oder aber ich veröffentliche vorher einfach noch einmal im ganz großen Stil diesen genialen Kinospot von 1995. Funkel als prächtig ausstaffierter Superman. Da sollte sich dann ohne Zweifel eine Horde wild gewordener Weiber finden lassen, die den Bogart in Funkel wecken und ihn ganz kirre machen. Wenn nicht, dann würde ich auch freiwillig das Feld räumen. Schließlich hat man als Nobody gegen einen Mann, der philosophische Sätze wie „Wer jetzt noch träumt, ist ein Träumer“ einfach mal so eben raushaut, eh keine Chance. Friedhelm Funkel ist und bleibt halt ein echter „Natural Born Winner“!
Ausschnitt aus dem Buch: Fußball ist nicht das Wichtigste im Leben – es ist das Einzige











….da bin ich ja mal gespannt, wie es jetzt mit euch beiden weitergeht und ob du jetzt auch die cojones hast, deinen ankündigungen auch taten folgen zu lassen