Sprachlosigkeit!

Veröffentlicht am: 10. Mai 2010 | Kategorie(n): Absolut kein Fußball

Es ist alles schon mindestens tausend Mal gesagt (und es steht schon seit 2008 auf diesen Seiten), deshalb habe ich keine Lust mich zu wiederholen. Aber einige kurze Worte dennoch: Der ehemals sympathischte Klub der Welt hat es in ganz kurzer Zeit geschafft, sich selbst komplett in der Außendarstellung zu ruinieren (wie ich es leider nicht nur  in Gesprächen auf meinen Abenden in ganz Deutschland zu hören bekomme). Am Samstag herrschte schließlich Sprachlosigkeit im Stadion – und im Fernsehen sah man die todmüden Augen des VfL. Es wird vielleicht der Moment kommen, an dem man sich in Bochum an die vitalen Tagen der Macht zurück sehnt. Denn der “Stolz” seit 1971 nicht den Weg einiger Traditionsvereine gegangen zu sein, scheint man uns nun auch noch nehmen zu wollen. Viel mehr ist ja auch nicht geblieben bei diesem mittlerweile (leider)  x-beliebigen Verein. Der VfL geht mit dem schweren Ballast von mindestens zwei Jahren Frust in die Zweitklassigkeit. Und nirgendwo anders gehört er im Augenblick auch hin. Hört endlich auf uns unseren Verein zu nehmen – am Ende schafft ihr es ja doch nicht!

P.S.: Danke auf diesem Wege an die vielen “Beleidsbekundungen” von den Fans anderer Vereine. Auch wenn man sie nicht lesen will – sie tun gut!

# Ich bin heute Abend zu Gast in der Sendung Halbzeit auf NRW-TV (18.15h). Ich hoffe, ich habe bis dahin meine Stimme wieder gefunden.

## Der angekündigte ausführlichere Text von Frank Goosen: „Gebt uns unseren Verein zurück“

### Oh, mein Gott! Jetzt bricht der VfL endgültig auseinander: Schwenken: Zu hohe Ansprüche

Das andere Video am Freitag: Imbissbuden-Deutsch für Fortgeschrittene!

Veröffentlicht am: 7. Mai 2010 | Kategorie(n): Trainingsalltag


Immer wieder schön. Guten Hunger!

Der Schweizer Nationalspieler rappt die Hymne zur WM 2010: Fussballsong Alex Frei feat. BANDIT Zeig Gsicht!

Veröffentlicht am: 4. Mai 2010 | Kategorie(n): Fußball-Lieder

Der ehemalige Dortmunder und Schweizer Nationalspieler Alex Frei hat einen Song aufgenommen. Die Schweizer Nationalhymne rappt er und trägt dabei eine Kette mit der Aufschrift «God bless our home»! Über seine Versuche auf fremden Terrain sagt er selbstkritisch: “Singen und tanzen, das sind bestimmt nicht meine Stärken, das weiss ich jetzt!” Na, dann! ;-)

POST uit NL …’vom niederländischen Tellerrand’ – Alte Herren, rechte Klebe!

Veröffentlicht am: 4. Mai 2010 | Kategorie(n): POST uit NL

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Ab sofort berichtet unser Niederlande-Korrespondent Moddin Meyer (Rotterdam) in unregelmäßig-regelmäßigen Abständen aus dem Land des Käses, der Tulpen und der Cruyffs.

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Schangeln* für Senioren

Irgendwer hat einmal gesagt, die Jugend sei vorbei, wenn der Lieblingsfußballer jünger ist als man selbst. Nun kann man sich anno 2010 nach dem Abschied von Jens Lehmann zwar verzweifelt an den nächsten Bundesliga-Dino klammern, doch scheinbar unausweichlich stellt sich jenseits der 30 eine gewisse Wehmut ein, welche sich in Panini-Nostalgie äußern kann, im altersungerechten Anlegen eines Fußballbildchen-Albums. In meinem Fall mischt sich in die wehmütige Hinwendung zu vergangenen Zeiten aber auch ein dringender Nachholbedarf, denn als Schüler kriegte ich nur ein einziges Album voll: EM ’88 (in den Niederlanden auch bekannt als „bevrijdingsdagen“). Die Hände zitterten stets beim Einkleben des damals noch vier-teiligen Mannschaftsfotos und jedes Maskottchen-Goldbild wurde doppelt verflucht, weil es gleichbedeutend war mit einem Aufkleber weniger in der Tüte.

Noch während der WM ’90 war mein Taschengeld gepfändet und ich zu hoch verschuldet, um ernsthaft mit einem Album anzufangen. Mein Bruder und ich malten uns deshalb unsere eigenen Sammelbilder, samt Spieler-Info. „Roger Milla: viermal war er der Joker und dreimal traf er ins Tor. Er ist schon sechsunddreißig!“

Heute backe ich keine kleinen Brötchen und gönne mir das Albert Heijn Voetbalplaatjes Verzamelalbum, das sehr edel daherkommt: die Konterfeie der Ehrendivisionäre im Reliefdruck, verziert mit ihrer Signatur in Gold. Mein erstes Bildchen ist gleich Ronald Koeman, der von Alkmaar schon zur Adventszeit gefeuert wurde. Jammer!

Große Pluspunkte sind die Aufmachung des Albums – man hat die originalen Umkleidekabinen abfotografiert – und das Gimmick, jedem Sammler auch eine Online- Version des eigenen Albums anzubieten, wo man „persönliche Geschichten“ zu jedem Spieler und Trainer erfahren kann. Die Geschichte Ronald Koemans ist, dass er beim Betreten der AZ-Gäste-Umkleide stutzte und feststellen musste, dass sein Vorgänger und Intimfeind Louis van Gaal die Kabine mit einer Zwischenwand hatte verkleinern lassen, so dass die Gäste beengt aufeinander hocken mussten. Erste Amtshandlung Koemans war dann, diese taktische Baumaßnahme rückgängig zu machen. „Man muss seine Gäste mit Respekt empfangen. Abgerechnet wird auf dem Platz.“ Genau! Gut gemuht, Kuhmann! Abgerechnet wird außerdem am Ende der Saison, und die Saison ist erst vorbei, wenn das Album voll ist!

* Schangeln, Fuchsen, Anmäuerln, Ditschen, Kitschen, Schebbeln, Webblen, in Witten auch Gallern: die zu tauschenden Fußballkarten gegen die Wand des Klassenraumes oder der Pausenhofmauer werfen – wer mit seinem Bildchen am nächsten an der Wand/Mauer landet, gewinnt den Einsatz der Anderen.

http://voetbalplaatjes.ah.nl/

Emailadres: moddin@gmx.li

Wachtwoord: tornado

Reviersport-Gastkommentar: Das Revier bejubelt die Bayern – da lach ich mir doch den Arsch ab!

Veröffentlicht am: 3. Mai 2010 | Kategorie(n): Trainingsalltag

Immer am Ende der Saison verlieren einige Fans komplett die Nerven. Vor drei Wochen rief mich ein alter Kollege aus der Bochumer Ostkurve an und sagte mir, er hätte nun endgültig die Schnauze voll gehabt. Seit gestern sei er in Behandlung. Er habe da von einer total erfolgreichen Gehirnwäsche gehört, die auf Grundlagen einer weltweit agierenden amerikanischen Sekte aus ihm – dem VfLer seit Geburt an – innerhalb einer Woche einen königsblauen Jungen machen würde. In der letzten Nacht habe er nach der ersten Sitzung bereits mitten im Schalker Kreisel von Ernst Kuzorra und Konsorten getanzt und am Morgen hätte er diesen unstillbaren Durst auf ein frisches Veltins im trockenen Rachen verspürt. Der neue Schalker meinte abschließend zu mir, er habe sich beim Betreten des Getränkemarkts gerade noch ein zackiges »Attacke« verkneifen können.

Klausi, auf diesem Wege alles Gute zur Vizemeisterschaft. Ich hoffe, du führst nun ein glücklicheres Leben! (deine Ex-Frau Sybille lässt dir übrigens ausrichten, dass in bestimmten kuscheligen Situationen »Kniet nieder, ihr Bauern, Schalke ist zu Gast« dann doch etwas zu schräg rüberkomme)

Aber irgendwie kann ich Klausi auch verstehen. Nachdem die Naturgesetze in Bochum mal wieder erbarmungslos zugebissen haben, kann man nur hoffen, dass die Herde bereits ihr schwächstes Glied in der Kette verloren hat. Denn ansonsten wird der mächtige Zoodirektor am Ende der Saison die Puppen noch einmal tüchtig tanzen lassen.

Ich habe heimlich eine der Pillen von Klausi stibitzt und mir diese nach dem gestrigen Spieltag abends vor dem Einschlafen eingeworfen. Schon erstaunlich, was da im Kopf so alles passierte. Ich sah einen Mann mit Schnauzbart an einem Schreibtisch sitzend telefonieren, einen Niederländer, wie er Männern mit Handschuhen Kommandos zubrüllte und einen kleinen wuseligen Typen, der hinten auf der Jacke ein aufgesticktes »Co« trug. Nur wer dieser Mann mit dem »Chef«-Aufnäher war, konnte ich beim besten Willen nicht erkennen. Kurz bevor ich wieder in die reale Welt überwechselte, nahm ich noch schnell einen Schluck aus meinem Bierbecher, von dem mich die Nationalelf anlächelte.

Bei allem Zynismus und Sarkasmus, dem wir VfL-Fans traditionell schon immer besonders anhängen, muss man eine Sache noch hinzufügen. Bei jedem Klub der Ersten Liga hätte die Zeitung mit den vier Buchstaben in ihrer Online-Ausgabe ganz oben von einem Trainerrauswurf berichtet. Doch anscheinend interessiert das in Deutschland mittlerweile viel zu wenige Menschen. Stattdessen prangte dort am Morgen der Herrlich-Entlassung ein Kästchen, in dem stand: »Diese Frau schneidet heute Abend in der ARD einen Penis ab«. Stolz, liebe Bochumer, kann man darauf – bei allem (berechtigten) Unmut über dieses Blatt – nicht sein. Es sollte uns viel mehr zu denken geben!

Jetzt ist Bayern Meister – und auf Schalke jubelt man, dass Dortmund nicht in die Champions-League kommt. In Dortmund feiert man, dass Schalke nicht Deutscher Meister wurde. Und in Bochum schreit man sich die Freude über beides aus dem Leib. Sorry, aber wie pervers müssen einige Menschen im Revier in ihrem Neid und ihrer Missgunst sein, um eine Situation zu beklatschen, bei der BAYERN (!!!) am Ende als Sieger dasteht? Da lach ich mir doch den Arsch ab. Freunde, jetzt hört mir mal auf hier, echt! (Und alle lieben Glückwünsche an den Bochumer Jungen Hermann Gerland zur verdienten Meisterschaft mit dem FCB)

Fotos: Gerrit Starczewski, www.star-photo.de

Cartoon: Oli Hilbring

Dieser Artikel erscheint parallel in der heutigen Ausgabe des Reviersport

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