Heute Abend spielt Deutschland zum ersten Mal bei der WM 2010 in Südafrika. Und was in den letzten Tagen und Wochen beim Betrachten des offiziellen Mannschaftsfotos für ein wenig Gesprächsstoff sorgte: Im Team stehen seit einiger Zeit nicht mehr nur Akteure, die Namen tragen wie Müller, Beckenbauer, Briegel, Lahm und Schweinsteiger, sondern auch Neuville, Khedira, Asamoah, Cacau oder Özil. Einer, der schon ganz früh erkannte, wohin die Reise gehen muss, war – wenig überraschend- der stets klar denkende Ex-DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder. Wie wohl auch er erst einmal eine Entwicklung durchlaufen musste!
————————————–
»Ende der 30er Jahre war die Ausländerpolitik im Fußball eine ganze andere, damals spielten Kuzorra und Tibulski in der Nationalelf, polnische Einwandererkinder. So wird es wieder kommen, das müssen wir aktivieren.«
Als es zwischendurch für Frankreich bei der WM 1998 super lief, bei den Deutschen aber immer noch nur Spieler namens Ziege, Marschall oder Heinrich aufliefen, schaute Mayer-Vorfelder etwas wehmütig zurück:
»Hätten wir 1918 die deutschen Kolonien nicht verloren, hätten wir heute in der Nationalmannschaft wahrscheinlich auch nur Spieler aus Deutsch-Südwest.«
Und Ende der achtziger Jahre machte sich der ehemalige Präsident eh noch ganz andere Sorgen:
»Was wird aus der Bundesliga, wenn die Blonden über die Alpen ziehen und stattdessen die Polen, diese Furtoks und Lesniaks, spielen?«
Aber wie sagte Anke Engelke doch einmal so schön:
»Mayer-Vorfelder hat sich noch nicht festgelegt – oder wie wir bei ihm sagen: Er schwankt noch ein bisschen.«
————————————–
Über 3500 weitere Fußballsprüche gibt es in der runderneuerten dritten Auflage des Buchs: “Ein Tor würde dem Spiel gut tun. Das ultimative Buch der Fußball-Wahrheiten” (Ben Redelings)













Hat eigentlich jemand das legendäre Halbzeitinterview von MV beim WM-Qualifikationsspiel gegen England 2001 in München?