
Klaus »Boxer« Täuber erzählte einmal frei von der Leber weg, dass für ihn früher die Vorbereitung auf ein Bundesligaspiel am Wochenende zumeist schon am Mittwoch angefangen habe. Denn da habe er begonnen, ganz intensiv zu probieren, nur noch die Hälfte zu rauchen.
Das Laster verfolgte den ehemaligen Profi schon seit den Anfängen seiner Karriere. Als junger Spieler beim 1. FC Nürnberg stand er einmal im Winter draußen auf dem Balkon des Spieltaghotels und rauchte. Als er seinen gestrengen Trainer Horst Buhtz im Augenwinkel aus dem Eingang kommen sah, schmiss er nicht etwa seine Zigarette auf den Boden, sondern schwang sich mit der Kippe im Mund über die Reling seines eigentlich ebenerdigen Balkons und landete ein Stockwerk tiefer in einem eiskalten und teilweise zugefrorenen Teich. Oberhalb des Grabens hörte Täuber seinen Trainer Horst Buhtz verzweifelt rufen: »Klaus, wo bist du denn?«
Rauchen und Fußballspielen, das ging schon immer, wie Dieter Schatzschneider voller Respekt für einen Kollegen einmal anmerkte: »Da gibt es einen, der kommt lässig daher, hat die HB noch in der Hand, spielt super – ich meine den Uwe Reinders. Das ist einfach seine Einstellung, dass es allein auf die 90 Minuten im Spiel ankommt.«
Auch Dieter Eckstein konnte von den verführerischen Glimmstängeln nicht lassen. Und dass, obwohl er versprochen hatte, bei einer Nominierung für die Nationalmannschaft die Sucht aufzugeben. Eckstein spitzfindig: »Ich habe gesagt, ich höre auf zu rauchen, wenn ich mein erstes Länderspiel von Anfang an bestreite. Darauf warte ich noch. Außerdem rauche ich so wenig, dass es sich kaum lohnt, aufzuhören.«
Bei der WM 1954 mussten die Raucher sogar hinaus aufs Wasser ausweichen, damit Sepp Herberger die Gelüste der Spieler nicht mitbekam. Eines Nachmittags, als man wieder einmal mit mehreren Booten auf den Thuner See gerudert war, planschte Heinz Kwiatkowski wie in junger Hund im Wasser. Die Mitspieler des Torwarts lachten sich halbtot, bis Ottmar Walter endlich realisierte, dass der »Heini« nicht schwimmen konnte. Mit vereinten Kräften wurde der Dortmunder gerettet. Als jedoch seine Frau Käthe von dem Malheur erfuhr, drehte sie durch: »Da kommst du mir nicht mehr hin, die bringen dich bei der Nationalmannschaft noch um!« Vielleicht hätte Kwiatkowski auf seine Frau hören sollen, denn so fing er sich nach den acht WM-Toren 1954 gegen Ungarn noch weitere sechs im Spiel um Platz 3 bei der Weltmeisterschaft 1958. Diesen Rekord wird wohl kein deutscher Keeper mehr brechen können. Das Rauchen hat sich der ehemalige Torhüter übrigens kurz danach abgewöhnt. Dafür hat Kwiatkowski eine andere Leidenschaft entdeckt: das Schwimmen.
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