Der alltägliche Pressetrubel vor der Buchveröffentlichung: Freunde der Südsee stechen bereits in See…

Veröffentlicht am: 4. Mai 2011 | Kategorie(n): Ben Redelings informiert

Es ist wie vor jeder meiner Buchveröffentlichungen: BILD & SPIEGEL wollen einen Vorabdruck. 3 nach 9, NDR-Talkshow, Kölner Treff & SternTV winken mit ihrer Sendung und 1LIVE & SWR planen Live-Schaltungen zur Mayersche Buchhandlung & Thalia Buchhandlung am VÖ-Tag. Das Telefon klingelt ununterbrochen und die Mails flattern ins Haus. Freunde der Südsee, ist doch nur ein bisschen Fußball-Literatur…! ;-)

(Meine PR-Abteilung hat übrigens gemeint: »Wir probieren es diesmal mit dem Prinzip ‘Self-fulfilling prophecy’!« Keine Ahnung, was die damit genau sagen wollten …)

POST uit NL …’vom niederländischen Tellerrand’ – Volle Pulle!

Veröffentlicht am: 2. Mai 2011 | Kategorie(n): POST uit NL

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Seit einiger Zeit berichtet unser Niederlande-Korrespondent Moddin Meyer (Rotterdam) in unregelmäßig-regelmäßigen Abständen schon aus dem Land des Käses, der Tulpen und der Cruijffs.

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Metropolen und Provinzen

Letztes Jahr im Spätsommer besuchte mich mein alter Kumpel Pascal, den alle aber nur „Pulle“ rufen. Als guter Gastgeber hatte ich für ihn ein exquisites Programm vorbereitet: Am ersten Abend sollte es ins Open-Air-Kino gehen. Im Rotterdamer Hafen hätten wir unter freiem Himmel, auf Sofas sitzend, den deutschen Stummfilm-Klassiker ‘Metropolis’ gesehen, begleitet von den Rotterdamer Philarmonikern. Industriekultur in einem der größten Häfen der Welt… für das Pottkind Pulle ein gefundenes Fressen, dachte ich. Doch Pullermann druckste gleich als ich ihn am Bahnhof abholte herum, ob ich es sehr blöd fände, wenn wir am Abend BVB – Qarabağ Ağdam gucken würden. Schließlich sei dies Borussias langersehnte Rückkehr auf die europäische Bühne. Nun ja, von „Bühne“ zu sprechen wäre in diesem Fall wohl ein bisschen zu viel des Gutmütigen, denn Berichten zufolge handelt es sich bei Ağdam um eine verwaiste Geisterstadt. Pulles Wille jedoch geschah, und immerhin sahen wir ein 4:0.

Am nächsten Tag dann holten wir den Besuch des Hafens nach, mit einer klassischen Pannenkoekenboot-havenrondvaart. Heißt: soviel Pfannkuchen essen, wie man möchte (oder schafft) und dabei Schiffe gucken. Ich verschluckte mich beinahe an meinem vierten Pfannkuchen, als wir plötzlich auf einem Trockendock ein schwarz-gelbes Containerschiff erblickten – die MS Borussia Dortmund. Dieser Anblick schien Pullis Kulturbanausentum tags zuvor zu rechtfertigen. Im Internet stieß ich später auf einen Hamburger „Borussia Sailor“, der 14-Stunden reiste, nur um ein Foto von diesem Schiff zu machen.

An dieser Stelle möchte ich Pulle recht herzlich zur Meisterschaft gratulieren. Du hast es verdient, Alter! Hier in Holland müssen wir noch bis zum letzten Spieltag auf den Meister warten. Zum ersten Mal in der Geschichte der eredivisie treffen zwei Titelkandidaten am letzten Spieltag aufeinander. Der Emporkömmling aus der Provinz, FC Twente reist mit einem Punkt Vorsprung nach Amsterdam, wo man die Schale seit 2004 vermisst und nun endlich mal wieder ganz nah dran ist. Spannender geht es kaum. Ganz nebenbei basteln die Niederlande an ihrem eigenen El Clásico, denn eine Woche vor dem Meisterschaftsfinale spielen Twente und Ajax auch das Pokalfinale unter sich aus. Wo? Hier in Rotterdam. Ich gehe an diesem Abend ins Theater. Volle Pulle. Fassbinder.

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