Danke für den Tipp an Patrick K.
Ich weiß in der Tat nicht, warum sich da jemand aufregt und die FIFA mittlerweile wegen Wettbetrugs ermittelt. Glasklarer Elfmeter in meinen Augen. Und dass der Schiedsrichter Ibrahim Chaibou (Niger) die Partie zwischen Nigeria und Argentinien nach den angezeigten 95 Minuten noch weitere drei Minuten weiterspielen ließ, hatte sicherlich nichts, aber auch rein gar nichts mit platzierten Wetten auf ein fünftes Tor zu tun. Nee. Kann man ausschließen, wenn man das Video gesehen hat. Ganz sicher sogar. Unser FIFA-Fußball ist und bleibt sauber!
Das Jubiläumsangebot für treue Altkunden
Auf einen Hinweis in den Kommentaren von Jan hin, haben wir versucht, noch einmal (im Rahmen unserer Möglichkeiten) nachzubessern. Mehr ging nicht, aber vielleicht ist es ja trotzdem für den einen oder anderen ein kleiner Kompromiss.
Für die treuen Leser haben wir uns deshalb eine besondere Aktion ausgedacht. Wer schon alle vier bisher erschienenen Bücher von Ben Redelings aus dem »Verlag Die Werkstatt« hat, kann hier das fünfte und neuste Werk »Freunde der Südsee« zusammen mit der CD »Dem Fußball sein Zuhause. Live aus dem Freibeuter« (UVP 14,90 €) & einer zusätzlichen Überraschung aus der Edition SCUDETTO von Grubenmann für nur 16 Euro bestellen!
Bitte aber zusätzlich zu der Bestellung ein Foto mit den anderen vier Büchern aus dem heimischen Wohnzimmer an post at scudetto.de schicken. Herzlichen Dank & viel Vergnügen beim Lesen und Hören!
Es sind (leider) nur 10 dieser exklusiven Jubiläumspakete für Altkunden erhältlich. Die Aktion läuft bis zum 31. Oktober 2011 bzw. so lange der Vorrat reicht.
Jens Lehmann aus dem heimischen Wohnzimmer gucken: TSV Havelse
Viele Zuschauer verloren sich damals nicht in die TSV-Kampfbahn und dann auch noch das: In einem weißen Einfamilienhaus direkt am Sportplatz machte es sich an Spieltagen die Familie Gräber mit Freunden und Bekannten gemütlich und schaute aus drei Fenstern dem Geschehen unten auf dem grünen Rasen zu. Fußballunterhaltung komplett für lau.
Und die Plätze waren klasse. Die Tribüne davor war gerade einmal wenige Meter hoch, kein Dach, kein Baum – nichts also störte die freie Sicht auf die Mannen des TSV Havelse, die unter der Leitung ihres Trainers Volker Finke zur Saison 1990/91 in die zweite Liga aufgestiegen waren. Eine kleine Sensation, die unterm Dach der Gräbers ordentlich gefeiert wurde. Mit einem Pülleken Bier und frisch gebackenem Kuchen jubelten sie von ihren Fensterplätzen den späteren Nationalspieler Jens Todt zu.
Das kam allerdings nicht bei allen Stadionbesuchern gut an. Jede etwas lautere Regung aus dem Hause Gräber wurde von den zumeist eher passiv schauenden Zuschauern des TSV Havelse mit Blicken hoch zu den Fenstern registriert. Auch die direkte Anbindung an die Getränke- und Nahrungsmittelversorgung sowie die sanitären Anlagen beäugten die Stehplatzbesucher unter dem häuslichen VIP-Ausblick mit Neid und Argwohn. Dabei hatten es die heimischen Fans gar nicht einmal viel wärmer. Um direkt am Fenster stehen zu können, hatte man die Heizkörper ausgebaut.
Bei den Fernsehteams waren die Gräbers und ihre Freunde jedoch Kult. Keine Berichterstattung aus Havelse ohne einen Schwenk auf die drei Gucklöcher. Mienenspiele von Freud und Leid, zerrupfte Haare und anstoßende Bierflaschen – Fanherz, was willst du mehr. Die Bilder, auf denen die alkoholischen Getränke in Nahaufnahme gezeigt wurden, hatten es auch einer großen deutschen Brauerei angetan. Werbewirksam wollten sie den Platz unter den Fenstern mit Schildern bestücken. Doch die Gräbers lehnten ab. Man fürchtete den Zorn der Havelser.
Am Ende der Saison stieg der TSV wieder in die Oberliga Nord ab. Finke und Todt gingen nach Freiburg und in die Kampfbahn verirrten sich noch weniger Menschen als zuvor.
Jahre später erinnerte man sich im Hause Gräber immer noch gerne zurück, an die Tage, als man in Havelse aus dem Fenster Bundesligafußball schauen konnte und Berardino Capocchiano dem späteren Nationalkeeper Jens Lehmann ein Ding in die Maschen legte. (Foto Jens Todt: VfL Bochum)
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Eine Geschichte aus dem Buch “Halbzeitpause: Die Fußball-Klolektüre”.