Reviersport-Gastkommentar: BVB – ich dachte, die sind unbesiegbar!

Veröffentlicht am: 12. September 2011 | Kategorie(n): Fundstücke: Artikel, Fotos, Zitate

Jetzt wird es langsam wirklich kritisch für den BVB. Ein hart erarbeiteter Nimbus scheint verloren zu gehen. Ich weiß gar nicht, wie meine Frau auf so etwas kommt, aber beim Spiel des BVB am Samstag gegen Hertha BSC betrat sie um die 84. Minute das Wohnzimmer, schaute flüchtig auf den Fernseher und meinte dann, tatsächlich sichtlich irritiert: »Das ist doch der BVB – ich dachte, die sind unbesiegbar!«

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert, kann man da nur sagen. Die gefühlte Unbesiegbarkeit ist nun tatsächlich erst einmal dahin. Vermutlich ist es aber für den weiteren Verlauf der Saison und möglicherweise auch für die Gesamtgefühlslage bei den Anhängern der Borussia gar nicht so ungünstig, dass der Dauerrausch der letzten Monate etwas ausnüchtert. Denn schließlich steht das nächste Highlight ja bereits direkt vor der Tür. Ein Spiel in der Champions League gegen Arsenal. Was will man mehr? Dienstagabend zur besten Sendezeit kann sich die Mannschaft vor Millionen Fans wieder gewohnt spielfreudig präsentieren und Fußballdeutschland würdig vertreten. Ich freu mich drauf!

Aber eigentlich wollte ich doch hier an dieser Stelle erst einmal dem frisch verheirateten Paar Andrzej und Claudia Badziag gratulieren. Sensationell, wie sich die beiden Eheleute in der letzten Woche für das größte deutsche Boulevardmagazin haben ablichten lassen. Es war, als hätte der bizarre Modemacher Rudolph Moshammer posthum noch einmal persönlich Hand angelegt. Der Clou: Der Bräutigam trat in einem speziell »angefertigten BVB-Nadelstreifenanzug« vor den Altar. Das Innenfutter des Jacketts zierte – wie leicht erotisch angehauchte Fotos aus dem Ehebett beweisen – ein eingenähtes Trikot der Borussia und die Innentasche schmückte »das eingestickte Konterfei von Trainer Jürgen Klopp«. Grrrrr! Stolz berichtete Badziag darüber hinaus: »Ich trage BVB-Unterhose und -Socken. Gebetbücher und Kerzen sind schwarz-gelb. Der Pfarrer ist ebenfalls glühender BVB-Fan.«

So verrückt das schon alles klingt, aussieht und wirkt, der echte Hammer kam erst am Schluss des Artikels. Denn die Braut war nicht immer schwarz-gelb angehaucht. Ganz im Gegenteil sogar. Andrzej Badziag musste bei seiner Claudia erst einmal missionarisch tätig werden: »Ich habe sie bekehrt. Ihre Schalke-Utensilien hat sie direkt verbrannt!« Großes Kino!

Während sich die Schwarz-Gelben in den kommenden Monaten den Dienstag und den Mittwoch nun erst einmal in freudiger Erregung freihalten, können die Spieler und Fans meines VfL Bochum wie gewohnt an diesen beiden Tagen zum Kegeln gehen. Wir hoffen bis auf weiteres auf Siege an Montagen. Heute gegen Dresden wäre es schon toll zu gewinnen – nur, der rechte Glaube fehlt. Lustig ist allerdings, dass Trainer Funkel meint: »Ein schönes Fußballspiel wird es mit Sicherheit nicht werden!« Mhm? Ehrlich gesagt: Das hätte ich unter unserem aktuellen Übungsleiter auch gar nicht mehr erwartet. Aber egal, es zählt für unseren VfL im Moment eh nur das alte Lattek-Motto: »Ihr müsst Gras fressen und in die Torpfosten beißen.«

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