Der Vorteil: So verteilt sich die Sache ein bisschen. Man hat quasi zwei Tage was davon. Und ein Pluspunkt dieser Liste: Letztes Jahr rief Hannes Walitza an… (stand im selben Heft)!

Alles was man zu diesem Ticket-Angebot auf Ebay für das DFB-Pokalspiel im Achtelfinale zwischen dem VfL Bochum und dem FC Bayern München sagen kann, hat bereits Andreas Wiemers getan. Viel Vergnügen: Ein Darmausgang ist ein Darmausgang und bleibt ein Darmausgang!

Nach diesen Berichten hier hat sich der Haus- und Hoflieferant von Manfred Breuckmann, das Burg Cafe Oomen in Brueggen, kreativ ausgetobt. Alles essbar. Und wie man sieht: Das Tischtuch zwischen Breuckmann und Hartmann ist tatsächlich zerschnitten!
Es gab am letzten Wochenende im Ruhrgebiet Spötter da draußen, die mitleidig auf uns Bochumer hinabschauten und mit einem Lächeln im Gesicht meinten: »Nee, nee, feiert ihr mal schön euer Stadionjubiläum. Habt ja sonst nicht viel zu feiern, was?!« Muuhaha!
Nee, haben wir tatsächlich nicht. Also, wenigstens was Titel und so angeht. Aber wir haben über die Jahre gelernt, auch die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen. Trainerentlassungen zum Beispiel. Und da haben wir ja erst neulich wieder einmal Grund zum Jubeln gehabt. Das will ich gar nicht verhehlen. Den bärtigen Karnevalisten überlebt zu haben, war in jedem Fall einen kurzen Moment des feierlichen Innehaltens und ein frisch gezapftes Fiege wert. Für alle Verständnislosen da draußen: Die Rostocker haben einmal über unseren »Hintenrum«-Meister-Coach alles auf einem Plakat zusammengefasst, was man über ihn wissen muss. Der einfache Wunsch damals an der Ostsee lautete: »Fußball statt Funkel!«
Apropos Trainer. Einen Teil der Feierlichkeiten zu »100 Jahre anne Castroper« habe ich verpasst, weil ich in Passau in der VfL-Doppelaußenstelle »Zeche 14« und im »NixNutz« einen Auftritt hatte. Mythische Orte. Denn dort im tiefsten Niederbayern gibt es tatsächlich nicht nur die Bochumer Köstlichkeiten Fiege und Dönninghaus frisch auf den Tisch, sondern auch Einheimische – dort wirklich geboren und aufgewachsen -, die VfL-Fans geworden sind. Sachen gibt es!
Und einer dieser jungen Männer hat vor einigen Jahren seine Eltern angefleht, über die Grenze zu fahren, um den VfL Bochum im Trainingslager zu besuchen. Mit ganz viel Liebe, Leidenschaft und einem Schuss kindlicher Naivität hatte der Spätpubertierende unserem damaligen Übungsleiter ein Spielfeld gebastelt und auf das satte Grün seine Lieblingsspieler gemalt. Genau elf Stück. Schön verteilt, von oben nach unten. Torwart, Abwehr, Mittelfeld, Angriff. Unser damaliger Trainer blickte nur kurz auf die Bastelei, glaubte zu verstehen und zischte dann mit der gewohnt knötterigen Miene dem jungen VfLer und seiner Familie zu: »Die Aufstellung mache immer noch ich!«
Beim lustigen Abend in Passau wurde es da für einen Moment totenstill – die Österreicher bei uns in der Runde schauten betreten zu Boden. Und ich sah an die Wand: Dort auf einem VfL-Poster war der Podolski-Entdecker seit Jahren fett durchgestrichen. In Niederbayern halten die VfL-Anhänger eben fest zusammen!
In Bochum liefen derweil die Legenden zum Stadionjubiläum auf, dass es nur so ein Fest war. Ein Paradies der Erinnerungen. Doch ich war fast ein bisschen froh, dass wir dem »Schönen Hans« Walitza nicht begegnen sind. Denn als ich meiner Frau die Tage ein Cover des »kicker« aus dem Jahre 1973 mit Hannes vorne drauf zeigte, meinte sie nur trocken: »Den hätte ich auch geheiratet!«
100 Jahre anne Castroper sind nun rum – tatsächlich komplett ohne Titel. Doch wer weiß. Vielleicht macht unser Ehrenpräsident Ottokar Wüst eines Tages aus dem Himmel und mit Gottes Hilfe ein Versprechen doch noch wahr. Wie sagte er damals an der Castroper Straße so schön zum OB Heinz Eikelbeck: »Bauen Sie mir ein Stadion und ich baue Ihnen eine große Mannschaft!«
Und wenn nicht – auch egal. Wir haben ja unser »Schmuckkästchen«. Was dem Boris Becker sein Wimbledon ist uns Bochumern unser Stadion: Die gute Stube der Stadt! Wir sind immer noch stolz drauf – und das kann man auch ruhig gemeinsam mit netten Menschen mal ein wenig feiern!
Zettel Ewald ist übrigens heute in München im “Stadion an der Schleissheimerstraße” bei “Mein Stadion” auf Sky mit Ulli Potofski und Esther Sedlaczek zu sehen!