Geschichten in der Fussball-Sommerpause: Trainer, ich brauch Sie nicht mehr!

Veröffentlicht am: 17. Mai 2010 | Kategorie(n): Fußball-Anekdoten

Die alte Rot-Weiss Essen Legende Willi »Ente« Lippens lacht sich noch heute ins Fäustchen, wenn er an seinen alten Trainer Horst Witzler denkt. Der wollte den kleinen »Onkel Willi« im Sommer 1973 nämlich ordentlich gegen die Wand fahren lassen. ‚Doch nicht mit mir’, dachte sich der halbe Holländer und erfand mal eben so nebenbei den VHS-Grundkurs 1 für Neuanfänger in »Arbeitsverweigerung von Bundesligaprofis«. Und das kam so: Als Lippens richtig guten Mutes aus dem Spanienurlaub zum ersten Training an der Gruga fuhr, stand dort bereits das schicke VW Cabriolet des neuen Fußballlehrers auf dem Parkplatz. Willi erinnert sich genau an diesen Augenblick: »Da sitzt ein braun gebrannter, schwarz gekleideter Typ drin und hat den Arm lässig raushängen. Ich komm vorgefahren mit meinem BMW, stell mich daneben und denk: ach, guck mal, der neue Trainer. Ist ja wunderbar. In dem Moment steige ich aus, nehme mein Täschken, da ruft der auf einmal: ‚Wilhelm, kommen Sie mal!’ Ich denk mir nichts dabei und latsch da rüber. ‚Setzen Sie sich mal neben mich hier.’ Der beugt sich runter, macht die Tür auf – wär’ fast rausgefallen – ich hops rein. Das erste, was mir der neue Trainer sagt: ‚Lippens, ich brauch Sie nicht!’«

Der Stürmer war natürlich baff: »Ich habe gar nichts mehr gesagt, ich war fertig. Das ist ja klar. Du kommst dahin voller Erwartungen und der haut dir direkt eine rein. So, habe ich nur gedacht, warte mein Freundchen!»

Lippens, der zu der Zeit mit verbundenen Augen erbsengroße Goudastücke von der Latte knallen konnte, verlernte urplötzlich von einer Sekunde zur nächsten das Fußballspielen wie Schulkinder das Stricken und Häkeln einen Tag, nachdem die Zensuren im Fach »Textiles Gestalten« vergeben wurden. Mit einem verschmitzten Lächeln schildert die Ente die dramatische Situation: »Ja, wie der Teufel es will, es lief nicht so. Das kann passieren. Einfach keine Hütten mehr geschossen, war irgendwie verrammelt, da ging nichts mehr. Ich war völlig fertig.«

Der Plan funktionierte. Rot-Weiss Essen legte einen katastrophalen Start in die Saison hin und schon bald geschah das, was in solchen Momenten immer passiert: Trainer Witzler sollte hoch zum Vorstand! Willi Lippens, der alte Sauhund, war am Ziel seiner bösen Träume: »Ich wusste ja, jetzt ist er weg. Ich denk, was machst du nun? Hab ich mich in mein Auto gesetzt, Scheibe runter gedreht, Arm lässig raus, einen ganz auf cool gemacht. Nach ner halben Stunde kommt mein Freund runter. Ich: ‚Trainer, Trainer kommen Sie mal kurz.’ Witzler ist natürlich schön angepisst, kommt aber trotzdem. Und ich: ‚Trainer, wissen Sie was: Ich brauch Sie auch nicht mehr!’«

Ausschnitt aus dem Buch: Dem Fußball sein Zuhause. Pöhlen, Pils und Pokale entlang der B1

Ist der Tag der Entscheidung wirklich angebrochen: Super-Funkel vorm Anflug beim VfL Bochum?

Veröffentlicht am: 15. Mai 2010 | Kategorie(n): Fußball-Anekdoten


Heute ist Montag, ich sitze am Rechner und schaue Videos bei youtube durch. Und da ist er auch schon: der Fund des Tages. Der bärtigste Trainer der Liga, Friedhelm Funkel, als Superman. Strenger Scheitel und der Hoden unter der roten Shorts eng zusammengedrückt. Für einen Klassiker der Kinospotwerbung hat der damals frisch umbenannte Verein KFC Uerdingen (vormals Bayer) den prägnanten wie irreführenden Titel „Natural Born Winners“ (was für eine grausame Anmaßung) gewählt. Und der ewige Sunnyboy und Liebling der Massen, Funkel, musste dafür nicht nur die ihm auf den Leib geschriebene Paraderolle Superman, sondern auch den charmanten Humphrey Bogart (wen auch sonst?) geben. Allen Ernstes sagt er mit einem schicken Hut auf dem Kopf und einem Trenchcoat um die Lenden den Satz: „Schau mir in die Augen, Kleines.“ Zu einer natürlich völlig elektrisierten, allerdings etwas billig dreinschauenden Blondine.

Ich muss zugeben, dass ich den Trainer Friedhelm Funkel von unserer ersten Begegnung an nicht leiden mochte. Es muss irgendwann Anfang der Neunziger in der altehrwürdigen Grotenburg-Kampfbahn zu Uerdingen gewesen sein, als ich ihn das erste Mal an der Seitenlinie rumtänzeln sah. Immer wild gestikulierend und laut schreiend habe ich ihn in Erinnerung. Irgendwie habe ich geglaubt, er sei ein Öko und eigentlich ganz okay, aber was er da an der Seitenlinie abgezogen hat, war immer scheiße. Mein größter Albtraum ist bis heute Gott sei Dank nie Realität geworden: Friedhelm Funkel als Trainer beim VfL Bochum. Falls dies jemals der Fall sein sollte, wäre wohl der Tag der Entscheidung angebrochen. Ich oder dieser Superman-Verschnitt. Der Verein hätte die Wahl. Aber wahrscheinlich würde Funkel dann wieder in seine Trickkiste greifen, diesmal das Kostüm von Arnold Schwarzenegger herausnehmen, mir ein übel genöltes „Hasta la vista, Baby“ entgegenschleudern und mich mit einer Riesenwumme aus dem Ruhrstadion ballern. So wird es wohl unausweichlich kommen müssen. Oder aber ich veröffentliche vorher einfach noch einmal im ganz großen Stil diesen genialen Kinospot von 1995. Funkel als prächtig ausstaffierter Superman. Da sollte sich dann ohne Zweifel eine Horde wild gewordener Weiber finden lassen, die den Bogart in Funkel wecken und ihn ganz kirre machen. Wenn nicht, dann würde ich auch freiwillig das Feld räumen. Schließlich hat man als Nobody gegen einen Mann, der philosophische Sätze wie „Wer jetzt noch träumt, ist ein Träumer“ einfach mal so eben raushaut, eh keine Chance. Friedhelm Funkel ist und bleibt halt ein echter „Natural Born Winner“!

Ausschnitt aus dem Buch: Fußball ist nicht das Wichtigste im Leben – es ist das Einzige

Grosses Kino! Fussballer Franz Beckenbauer trifft den Tänzer Rudolf Nurejew!

Veröffentlicht am: 14. Mai 2010 | Kategorie(n): Fußball-Anekdoten


Danke an die Kollegen von TORWORT für dieses Fundstück!

Als Kaiser Franz Beckenbauer dem VfL Bochum einmal zu einem Sieg bei den Bayern aus München verhalf!

Veröffentlicht am: 28. April 2010 | Kategorie(n): Fußball-Anekdoten

Frank Benatelli hat seine gute Laune mit hoch auf die Bühne gerettet. Schamvoll gesteht er, dass er damals bei der Wahl des Geburtsorts für die Kinder seiner Frau unterlegen gewesen ist. Statt in Bochum sind beide in Witten zur Welt gekommen. Für ihn als Ur-Bochumer ist das natürlich eine nie verheilte und immer noch schmerzende Wunde: „Das ist wie ein Schlag ins Gesicht. Aber meine Frau ist Erzieherin und so ein bisschen anthroposophisch angehaucht. Die Kinder sind auch zur Waldorf-Schule gegangen. Die können mittlerweile ihren eigenen Namen tanzen. Wahnsinn! Aber, und da bin ich stolz drauf, die haben den Fußball vom Vatta geerbt. Die spielen beide. Und nicht gerade schlecht!“

In der zweiten Reihe wippt ein Fan im VfL-Trikot aufgeregt hin und her. Ganz wie in der Schule hebt er seinen rechten Arm und schnippst mit dem Finger. Wir schauen alle drei gleichzeitig zu ihm herunter: „Na, dann mal los!“

„Herr Benatelli, Sie waren ja bei unserem einzigen Sieg bei den Bayern nicht nur dabei, sondern haben doch bestimmt noch Ihr Tor im Kopf, oder?“

Frank Benatelli strahlt: „Ja, gut, sicherlich, hat man die Szene noch vor Augen. Mittwochabend. 20.000 Zuschauer im Olympiastadion. 81. Minute. Wir führen bereits durch ein Tor von Heiko Bonan mit 1:0. Der Ball kommt ca. 20 Meter vor dem Kasten zur mir rübergerollt. Ich zieh knallhart ab, und Raimond Aumann im Tor der Bayern hat keine Chance. Drin isser!“ Der Ball rauscht vor unserem inneren Auge noch einmal vorbei und landet mit einem satten Geräusch klatschend in den Maschen des Olympiastadions. Tosender Beifall brandet auf. Das Publikum schwenkt voller Erinnerungen sehnsüchtig die mitgebrachten Schals und Fähnchen. Mitten in den Applaus hinein ruft Benatelli lachend: „War allerdings auch kein großes Ding, dass wir das Spiel gewonnen haben. Unser Trainer war ja damals der Anzugträger und Weltmeister-Assistent von 1990, Holger Osieck. Und da ist sein Freund, der Franz Beckenbauer, vor dem Spiel in unsere Kabine gekommen und hat gemeint: ‚Immer nur schön über links spielen. Da steht der Ziege, der kann nichts.’ Und was soll ich sagen: Das haben wir dann auch ganz genau so gemacht!“

Ausschnitt aus dem Buch: Fußball ist nicht das Wichtigste im Leben – es ist das Einzige

Die Tränen des Torjägers: Gabriel Batistuta schiesst sein erstes Tor für den AS Rom gegen den AC Florenz!

Veröffentlicht am: 18. April 2010 | Kategorie(n): Fußball-Anekdoten

Eine der bewegendsten Geschichten des Fußballs hat Christoph Biermann in eine äußerst berührende Fußball-Erzählung gefasst. Die Story „Die Tränen des Torjägers“ handelt vom argentinischen Ausnahme-Stürmer Batistuta, der nach über acht Jahren treuer Verbundenheit zu seinem ersten Klub in der italienischen Liga, AC Florenz, zum Rivalen AS Rom wechselt: “Vor der ersten Begegnung seines neuen gegen seinen alten Klub kündigte er an, einen Treffer nicht bejubeln zu wollen. Doch es sollte noch anders kommen am Abend des Spiels, vor dem ihm beide Lager der Fans stürmisch applaudierten. Gabriel Batistuta schoss ein Tor. Aus 25 Metern, die Entscheidung des Spiels. Und er jubelte wirklich nicht. Er brach in Tränen aus. ‚Ich wusste, wie enttäuscht die Fans nach Florenz zurückreisen würden’, sagte er hinterher. In diesem wunderbaren Moment fiel alles an seinen Platz. Licht war in die Dunkelheit gefallen, Raffgier und Zynismus zerschmettert. Und das entheiligte Spiel für diesen Augenblick wieder ganz rein. Als er Florenz verließ, hatte Batistuta geschrieben: ‚Ich möchte, dass die Leute mich nicht nur wegen meiner Tore, sondern als Menschen in Erinnerung behalten.’ Als er zum ersten Mal auf seinen alten Klub traf, hat er das eingelöst.”

Biermann, Christoph: Göttingen: Meine Tage als Spitzenreiter. Letzte Wahrheiten über Fußball, Verlag Die Werkstatt 2004

Lothar Matthäus, die Frauen und die Vorliebe für Damen mit einem -a- am Ende: Silvia, Lolita, Marijana und Kristina Liliana!

Veröffentlicht am: 6. Januar 2010 | Kategorie(n): Fußball-Anekdoten

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Nicht wenige Leute glauben, „ein Lothar Matthäus” könne nicht treu sein. Doch das stimmt sicherlich nur zum Teil. Denn eine Sache scheint ihm in all den Jahren immer hoch und heilig gewesen zu sein: Die Namen seiner geehelichten Partnerinnen haben um alles in der Welt mit einem „a” zu enden. Keine Nicole, Kathrin oder Melanie hatte so je eine echte Chance auf eine Dauerliaison mit dem potenten Mann aus Franken. Eine verstörende Nachricht sicherlich auch für all die Judiths, Chantals und Mechthilds auf unserem runden Erdball, die sich den paradiesischen Träumen eines Lebens an der Seite des ewig Knackigen bisher so eifrig hingaben. Lothar steht auf „a”’s, da macht der Esel keinen Ausfallschritt.

Seine vier Ehefrauen tragen deshalb auch diese vier herrlich wohlklingenden Namen: Silvia, Lolita, Marijana und Kristina Liliana. Dass man da als Mann allein durch das betörende Klingeln im Gehörgang schwach werden muss, kann man gut verstehen, auch wenn man selbst nicht die Güte der Natur am eigenen Leib erfahren durfte, als „ein Lothar Matthäus” zur Welt zu kommen.

Und vermutlich liegt in genau dieser Vorliebe für Namen mit einem „a” am Ende auch das eigentliche Dilemma unseres großen Rekordnationalspielers. All die Majas, Vanessas, Lindas, Lenas und Glorias, die Lothar jeden gottverdammten Tag über den Weg laufen und ihn nur durch das Aussprechen ihres Vornamens bereits um alle Sinne berauben, machen sein Leben zu einem immerwährenden Spießrutenlauf, auch wenn Matthäus einmal in einer ruhigen Minute selbstbewusst sagte: „Ich, was meine Person betrifft, entscheide alleine”.

Doch gerade das darf tatsächlich bezweifelt werden. Denn neben dem unwiderstehlichen Hang nach Frauen mit einem „a” am Ende des Vornamens kommt Lothar Matthäus anscheinend auch immer wieder das übergroße Angebot des weiblichen Frischemarkts in die Quere. „Nach dem fragens doch dauernd, die spinnerten Weiber”, pflaumte bereits 1985 ein grantiger Tankwart in der Nähe der damaligen Münchener Wohnung des Ehepaares Matthäus unschuldige Damen an, die sich in unseligen Zeiten ohne Navigationsgerät naiverweise vertrauensvoll in die Hände des ölverschmierten Benzinmanns begeben hatten.

Nein, Lothar Matthäus ist und war einfach immer sehr beliebt beim jungen weiblichen Geschlecht. Das muss man auch als Mann ohne Murren neidlos so anerkennen. Und niemand sage bitte, vor allem die lüsterne Frauenwelt nicht, das konnte doch keiner ahnen. Denn bereits Gattin Nummer 1, die blonde Silvia, wusste sehr genau Bescheid, auf welch dünnen Eis sie sich befand. Das „fußball-magazin” notierte im Mai 1985 für die Nachwelt und all die nachkommenden Damen so wunderbar treffend: „Längst hat sie sich daran gewöhnt, dass Ehemann Lothar von weiblichen (meist minderjährigen) Fußball-Fans mit hingebungsvoller Liebe überschüttet wird.” Und daran hat sich bis heute auch ganz offensichtlich nicht viel geändert!

Buch-Leseprobe: Frank Goosen – Radio Heimat. Geschichten von Zuhause – Premiere am 16.01.2010 + 17.01.2010, Jahrhunderthalle Bochum!

Veröffentlicht am: 14. Dezember 2009 | Kategorie(n): Fußball-Anekdoten

Spielen statt arbeiten!

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Und wenn man den Leuten dann endlich klargemacht hat, dass der Himmel über der Ruhr längst wieder blau ist; dass es Menschen hier gibt, die durchaus grammatisch unbedenkliche Sätze hinkriegen – wenn sie es wollen; dass wir mehr als Currywurstpommes auf dem Speiseplan haben, bisweilen sogar rohen, japanischen Fisch; wenn man also all diese Klischees als das entlarvt hat, was sie sind, Klischees eben, dann lebt eines immer noch fort, die Vorstellung nämlich, dass Fußball im Ruhrgebiet nicht gespielt, sondern GEARBEITET wird. Und dass die Fans das auch so WOLLEN!

Stellvertretend für meine Stadionkolleginnen und -kollegen aus Block B, also für Scotty, den Bootsmann, den Coach, Aule, den Cherusker und seine zwei Brüder, Babs und Bärbel und Cossi und nicht zuletzt meine beiden Söhne, rufe ich Fußballdeutschland von dieser Stelle ein energisches

NEIN!

entgegen. Auch wir wollen schönen Fußball sehen! Wir lieben und wir fordern das gepflegte Kurzpassspiel, traumhaft sichere Kombinationen, bei denen der überforderte Gegner nur noch mit dem Kopf schüttelt. Wir verzehren uns nach Lupfern, Beinschüssen und eleganten Dribblings, nach No-Look-Pässen aus dem Fußgelenk, nach Hackentricks brasilianischer Prägung! Auch wir stöhnen auf vor Begeisterung, wenn unser Mittelfeldregisseur den Ball mit der Brust stoppt, ihn mit dem Knie über den verdutzten Gegner hebt und die Pocke gleich volley in den Winkel jagt! Wir applaudieren, wenn unser Stürmer einen genialen Pass über vierzig Meter mit dem Fuß ansaugt, ohne dass der Ball auch nur fünf Zentimeter vom Schuh springt!

Klar ist auch: Wenn das mit dem Zauberfußball nicht hinhaut, weil der Gegner besser ist, das Gras zu hoch oder das Wetter zu schlecht, dann wollen wir, dass die Wiese brennt, dass die Jungs sich den Arsch aufreißen, keinen Ball verloren geben und so lange rennen, bis sie unters Sauerstoffzelt müssen, denn sie werden verdammt gut dafür bezahlt, aber:

DAS LIEGT NICHT DARAN, DASS UNSERE OPPAS IM BERGBAU ODER IM STAHL GEARBEITET HABEN!

Denn das will auch der Fan in Braunschweig, Bremen oder Berlin, in Freiburg, Frankfurt oder Fischbach, in Düsseldorf, Dresden oder Darmstadt! Auch im Ruhrgebiet heißt es Fußball SPIELEN!

Ich hoffe, das haben wir jetzt ein für alle Mal geklärt!

(Auschnitt aus: Frank Goosen – Radio Heimat. Geschichten von Zuhause)

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Zusatztermin: 17.01.2010: Bochum, Jahrhunderthalle – PREMIERE »RADIO HEIMAT« - Tickets jetzt kaufen!

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Karl-Heinz Rummenigge sagt Franz Beckenbauer DANKE: Ein Gedicht geborgt/gekauft im Internet!

Veröffentlicht am: 30. November 2009 | Kategorie(n): Fußball-Anekdoten

(Hier übrigens die Auflösung des Falls Rummenigge/Pfeiffer-Klärle)

Ob sich Karl-Heinz Rummenigge vorher bei Anette Pfeiffer-Klärle nach dem Copyright erkundigt hat? Oder hat er das persönliche Gedicht für Franz Beckenbauer sogar eingekauft? Geht alles bei Frau Pfeiffer-Klärle!

Roger Milla war irgendwo im Busch verschwunden: Das Ende der Transferfrist in Fussball-Anekdoten!

Veröffentlicht am: 31. August 2009 | Kategorie(n): Fußball-Anekdoten

Heutet die Transferfrist. Wer bis jetzt nicht zugeschlagen hat, wird sich bis zum Januar 2010 gedulden müssen. Ob die neu verpflichteten Spieler allerdings tatsächlich die Illusion der Fans von einer glamouröseren Zukunft erfüllen werden, wird sich erst in ein paar Monaten zeigen. Doch schon immer sorgten die Transferaktivitäten der Vereine für manch amüsante Fußball-Anekdote.

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1974 hatte man sich auf Schalke wieder einmal etwas richtig Feines für die Zuschauer ausgedacht. Nach der Weltmeisterschaft im eigenen Land wollte man den Fans einen echten Kracher präsentieren und hatte dabei einen blonden Verteidiger aus Brasilien, namens Marinho, im Auge. In aufwändigen Fotostrecken lobte die Boulevardpresse den mitten im Hochsommer in einen Pelzmantel gesteckten Brasilianer bereits in den siebten Himmel.

70.000 sehnsüchtige Schalker wohnten gespannt der Präsentation des neuen Wundermannes im Parkstadion bei. Die mit Händen zu greifende Euphorie und die vielen lachenden Gesichter überall machten diesen Tag zu einer königsblauen Feierstunde. Doch da der Transfer sehr, sehr teuer war, sollten die Zuschauer entscheiden, ob Marinho tatsächlich der Mann ihrer Träume sei. Seine Verpflichtung lag einzig und allein in ihrer Hand. Man stellte Urnen an den Ausgängen auf, und nachdem alle 70.000 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten, fuhr man die Behälter auf die klubeigene Geschäftsstelle.

Doch Schalke wäre nicht Schalke, wenn man nun in aller Seelenruhe die Zettel gezählt und anschließend das Ergebnis vor der versammelten Presse bekannt gegeben hätte. Nein. Auf Schalke läuft das anders. So wurden die Urnen von der Müllabfuhr abgeholt, noch bevor überhaupt irgendjemand die Wahlzettel zu Gesicht bekommen hatte. Aber da der Transfer am Ende wohl sowieso viel zu teuer für die klamme Schalker Vereinskasse gewesen wäre, verkündeten Charly Neumann und Günter Siebert kurzerhand mit gespielter Unschuldsmiene: »Mit knapper Mehrheit wurde Marinho von den Zuschauern abgelehnt.«

Ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckerten sich 1988 die Verantwortlichen von Borussia Dortmund. Im Frühherbst wunderten sich die Spieler sehr über die Verpflichtung des 28-jährigen Argentiniers Patricio Margetic, der vor Saisonbeginn nach vier Wochen Probetraining noch »zurück in die Pampa« (O-Ton Heribert Fassbender bei der WM 1990) geschickt worden war. In Bochum hatte Trainer Rolf Schafstall den vermeintlichen Torjäger bereits zwei Jahre vorher als komplett »bundesligauntauglich« eingestuft. Da Margetic jahrelang in den USA bei den Chicago Stings fast nur in der Halle gespielt hatte und deshalb – um es vorsichtig auszudrücken – einige konditionelle Mängel aufwies, mutmaßten die gewieften Trainingsplatzkiebitze: »Den hamse sicher für die Winterpause eingekloppt, damit der in der Halle glänzt.«

Doch da kam er nie an. Nach 34 Einsatzminuten in zwei Spielen war der Argentinier so ausgepumpt, dass er fortan nicht einmal mehr von einem Strafraum zum nächsten laufen konnte. Trotz allem durfte sich Margetic am Ende der Saison als DFB-Pokalsieger bezeichnen.

Aus seiner Sicht hätte der Ausflug in die deutsche Bundesliga kaum besser laufen können. Andere Träume erfüllten sich leider nicht. In all den Jahren regten viele klangvolle Namen die Fantasie der Fans im Ruhrgebiet an, ohne dass jene anschließend tatsächlich den Weg ins Revier fanden. Darunter waren auch solch exotische Paradiesvögel wie der kolumbianische Nationaltorhüter von Nacional de Medellin, René Higuita. Der sollte als 22-jähriges Ausnahmetalent 1989 zum VfL Bochum wechseln. Und das wär’s gewesen, wie man im Fußball zu sagen pflegt. Denn Higuita war ohne Frage ein besonders pfiffiges Kerlchen. Bereits in diesem zarten Alter hatte er als Keeper fünfzehn Tore (zwölf Elfmeter, drei Freistöße) für seinen Verein erzielt.

Doch der Transfer scheiterte genauso wie der geplante große Überraschungscoup von Schalke-Präsident Günter Eichberg ein Jahr nach der WM 1990. Kurz vor der Vertragsunterzeichnung war der Kameruner Lambadatänzer Roger Milla leider irgendwo unauffindbar »im Busch verschwunden« (Eichberg).

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Doch es gibt sie auch – die Transfer-Erfolgsgeschichten. Der Wechsel von Günter Brocker 1952 vom Duisburger FV 08 zum FC Schalke 04 fällt beispielsweise in diese Kategorie. Nichts ahnend saß der Abwehrrecke Brocker eines Abends an der Theke in seiner Vereinskneipe, als ein großer Kerl hereinkam und direkt auf den Duisburger zusteuerte. »Na, Günter, wie isset?«, sprach der Mann ihn an, den Brocker erst auf den zweiten Blick als Werner Kisker identifizierte. Kisker, der zur damaligen Zeit in Hamborn spielte, war zuvor einige Jahre Torwart auf Schalke gewesen. Und das war auch der Grund für seinen Besuch in Brockers Stammkneipe. »Komm mal mit raus!«, sagte der ehemalige Schalker Torhüter und führte den immer noch überraschten Abwehrspieler zu einem Opel Admiral draußen vor der Tür.

Brocker stockte der Atem. Vorne im Auto saßen der Präsident von Schalke 04, Albert Wildfang, und Hermann Eppenhoff, hinten Fritz Szepan und Ernst Kuzorra. Und die Schalker Legenden fackelten nicht lange: »Können wir mit dir reden?«, fragten sie ihn gleich und duzten Brocker. ›Szepan und Kuzorra’, dachte er und sein Herzschlag ging richtig los.

Die beiden großen Idole kamen nach Hochfeld, um ihn, den einfachen Abwehrspieler eines Zweitligisten aus Duisburg, zu verpflichten! Brocker war von der Situation überwältigt: »Da konnte man doch nicht ›Nein‹ sagen. Die haben einen Vertrag für mich fertig gemacht und mir den Handschlag drauf gegeben. Danach habe ich mir ein paar Wochen die Hände nicht mehr gewaschen.« Und als Schalke 1958 Deutscher Meister wurde, stand Günter Brocker, der Mann, den die königsblauen Legenden Szepan und Kuzorra 1952 von der Theke weg engagiert hatten, hinten in der Abwehr und ließ gegen den Hamburger SV kein Tor zu. Manchmal erfüllen sich bei Transfers eben auch alle Träume – die der Fans, die des Vereins und die der Spieler!

Aus: Ben Redelings: “Dem Fußball sein Zuhause. Pöhlen, Pils und Pokale entlang der B1″, Verlag Die Werkstatt, 2009, 196 Seiten, 9,90 Euro

Der “King of Pop” ist tot: Doch was hat Michael Jackson eigentlich über Fußball gesagt?!

Veröffentlicht am: 26. Juni 2009 | Kategorie(n): Fußball-Anekdoten

An einem solchen Tage gehört es sich für eine ordentliche Fußballseite, die Zusammenhänge von Michael Jackson und Fußball zu erforschen. Und man muss sagen: Da war nicht viel! Außer vielleicht die Story aus dem Jahr 1999, als er in England ein Fußballspiel besuchte und man am Ende froh sein konnte, dass es keinen “Flitzer”-Zwischenfall gegeben hat:

“Die Fans waren wie die Leute, die zu meinen Konzerten kommen. Sie schrien und feuerten ihre Spieler an. Fantastisch. Ich wollte hinunterspringen und anfangen zu tanzen, denn ich bin daran gewöhnt, aufzutreten, wenn ich solche Geräusche höre.” (Michael Jackson nach einem Besuch des Spiels FC Fulham gegen Gilligham im April 1999)

Ganzer Artikel: Michael Jackson vom Fußball-Virus erfaßt!

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