In einem TV-Studio in den achtziger Jahren. Moderator Hans-Joachim Rauschenbach steht umringt von einer Horde Kinder in gelb-schwarzer Kluft vor einem überdimensionalen Ball und einem Fernsehschirm. Auf diesem ist der junge Stürmer Manfred Burgsmüller zu sehen.
Rauschenbach (ans Publikum): »Wir haben ihn nicht hier im Studio, das hat nicht geklappt in Köln. Aber er hat es geschafft nach Dortmund zu kommen, ins Dortmunder Studio. Herzlichen Glückwunsch, Manfred Burgsmüller.« Burgsmüller: »Ja, Danke!« R.: »Das ist das 111. Tor des Monats. Sie haben es zum zweiten Male – gewissermaßen – gewonnen; das ist eine Schnapszahl. Was halten Sie von Schnaps?« B.: »Och, relativ wenig.« R. (schnippisch): »Ja, es wäre gut, wenn wir den Ton hier unten auch hören könnten. Wissen Sie, Herr Burgsmüller, wie viele Tore Sie in der Bundesliga geschossen haben?« B.: »Nein, das kann ich im Moment gar nicht sagen. Ich glaube, knapp über hundert.« R.: »Ja. Also, ich habe es nicht gehört hier drinnen. Ich hoffe, Sie zu Hause haben es gehört.«

R. (ein wenig später): »Was haben Sie heute an einem freien Tage bisher gemacht, Herr Burgsmüller?« B.: »Ja, ich habe heute Morgen etwas länger geschlafen und bin dann heute Mittag nach Kassel gefahren, da hatte ich eine Autogrammstunde, und auf dem Rückweg bin ich auch auf der Autobahn stecken geblieben und bin also nur bis Dortmund gekommen.« R.: »Ja. Jetzt wollen wir einmal weiter ziehen. Wir haben noch die drei Hauptgewinner zu ziehen. Und zwar die, von denen – (Anweisung an die Jungen im Studio) zieht mal rein, jeder eine Karte – die das richtige Tor gewählt haben, gewinnen dreimal zwei Eintrittskarten plus Reisespesen. (Doch es waren nur zwei Reisen; die drei Gezogenen sollen sich melden; die zwei Schnellsten gewinnen) Sie können der Parole mal widersprechen, dass das Fernsehen das einzige Schlafmittel sei, das man mit dem Auge einnimmt. Sie können zeigen, dass Sie munter sind. Auf die Plätze, fertig – los. (Es wird eine Nummer eingeblendet; natürlich ruft jetzt halb Deutschland an) Aha, wen haben wir dran?« Telefon: »Mein Name ist Lensenad.« R.: »Von wo rufen Sie denn an?« T.: »Ich rufe aus Porz an.« R.: »Wie heißen Sie?« T.: »Len-se-nad.« R.: »Der hat doch gar nicht gewonnen!« T.: »Ich habe nicht gewonnen?« R.: »Rolf Illing, Udo Kurnod, Hans-Georg Junge aus Hamburg. Sie sind es nicht. Sie waren schnell, sind aber kein Gewinner.«
R. (an Burgsmüller): »Was machen Sie heute Abend?« B.: »Ich werde heute Abend zu Hause sein und ein bissel Fernsehen.« R.: »Ja, spielen Sie ein bisschen Doppelpass mit Ihrer Frau. Dabei kann man auch wichtige Pluspunkte gewinnen.«
Ein Auszug aus dem Buch “Halbzeitpause: Die Fußball-Klolektüre” –> Infos



















