Peter Darbo (belgischer Aphoristiker) - Männer: Die einzigen Lebewesen, die Monate vorher ihre Fußballtickets kaufen und die Weihnachtsgeschenke erst am Abend davor.
Nicht ganz uneigennützig, kommt hier der Hinweis und ein paar Tipps für Geschenke für Fußballfans. Nikolaus und Weihnachten sollen ja auch schon beim Aussuchen Spaß machen. Übrigens: Die Scudetto-Edition von Grubenmann gibt es jetzt auch komplett im Malente-Shop!
Ab sofort werde ich wöchentlich eine “Halbzeitpause”-Kolumne auf den Seiten von lokalkompass.de veröffentlichen. Hier die dritte…
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Auch am Tag, als in New York die Türme fielen, wurde Fußball gespielt!
Als am 11. September 2001 in New York das erste Flugzeug in den nördlichen Turm des World Trade Center raste, lag ich im Aufwachraum eines Bochumer Krankenhauses und gab im völlig benebelten Zustand zwei Schwestern Schnäppchen-Tipps. Die beiden Frauen hatten eifrig über die günstigsten Fitness-Studios debattiert und schauten mich nun mit großen Augen an. Ihre verwunderten Blicke konterte ich noch mit dem Spruch: »Aber ich kann, weiß Gott nicht, erkennen, meine Damen, warum Sie Sport treiben müssten!« Dann verabschiedete ich mich wieder in einen tiefen Schlaf. –> weiter auf lokalkompass.de
Das Video “Hinnerk ist schwul – SV Büdelsbüttel 00 – Sportclub – NDR” wurde mir von Tommy F. geschickt. Danke!
Der gebürtige Hamburger Walter Jens ist ein alter Freund von Otto Rehhagel und ein großer Freund des Fußballs. Er hat in alter Verbundenheit zum Eimsbütteler TV einmal so schön gesagt: “Wenn ich den letzten Goethe-Vers vergessen habe, werde ich den Eimsbütteler Sturm noch aufzählen können.“
Ich bin da ja offen und ehrlich, auch als Bochumer: Den Klub der königsblauen Zahnlosen habe ich tief in mein Herz geschlossen. Dieses Eldorado an spektakulären Geschichten und Anekdoten und diese wunderbaren Kerle von Männern, die so sind, wie sie sind und sich für nichts und niemanden schämen – vor allem nicht für sich selbst – muss man einfach über alle Vereinsgrenzen hinweg lieben.
Derbyzeit ist deshalb für mich auch immer ein Moment des Innehaltens und Erinnerns. Nicht zuletzt weil seit einigen Jahren bei den Spielen Bochum gegen Schalke zudem mit der Kreissäge einmal quer ein harter Schnitt durch meine angeheiratete Familie gezogen wird. Dass wir da nicht die einzige Sippe im Pott sind, die zwei Mal neunzig Minuten in der Saison alle Blutsverwandtschaften ruhen lässt, beruhigt zwar, macht die Sache im Kerne dennoch nicht angenehmer.
Ich bin ja schon froh, dass ich nicht wie ein ehemaliger VfL-Kumpel den Fehler begangen habe, mich in eine königsblaue Holde zu vergucken. Der Kontakt zu – nennen wir ihn – „Holger” ist seitdem etwas abgekühlt. Es gibt Dinge im Leben, die gehen einfach nicht. Dennoch haben wir neulich mitbekommen, wie Holle mal wieder von seinen Schwiegereltern hintergangen wurde.
Sein dreijähriger Sohnemann erhält seit Saisonbeginn für jeden Sieg des S04 einen Euro für seine Sparbüchse. So weit, so gut. Doch Omma und Oppa spendieren zudem für jede Niederlage des VfL Bochum DREI Euro für das Säcklein des kleinen Mannes. Wenn wir einmal außer Acht lassen, dass sich da mittlerweile eine schöne Summe angesammelt hat, kann man sich vor allem ausrechnen, für welchen Verein das Herz des wehrlosen Jungen im Moment mehr schlägt.
Aber so sind sie auf Schalke schon immer gewesen. Während der VfL Bochum nicht ohne Grund als der „sympathischte Klub der Welt” bezeichnet wird, gelten die Königsblauen seither eher als etwas frech und dreist. Ein Beispiel sei an dieser Stelle kurz erzählt: Beim Pokalspiel diese Saison beschimpfte mein Schalker Sitznachbar unaufhörlich den Schiedsrichter für seine „Fehlentscheidungen” gegen den S04. Als wieder einmal direkt vor unseren Augen etwas gegen seinen Strich lief, schrie er mich völlig außer sich an: „Und schon wieder hat eure 8 den Rafinha wie ein Wilder umgegrätscht, ohne dass die schwarze Sau was macht!”
Ich schaute ihn kurz an, prüfte, ob er mich verarschen wolle und erwiderte ruhig: „Du meinst unsere 4 und euren Höwedes?” Ohne mit der Wimper zu zucken, brüllte er mich erneut an: „Das ist doch scheißegal, wer das war. Nur weil meine Brille in der Reparatur ist, kann ich doch immer noch sehen, dass der Schiri ein Blinder ist!”
Hut ab! Und mal ehrlich, geschätzte Fußballanhänger aller Couleur: Wenn dieser eine Satz nicht ausreicht, um unsere königsblauen Freunde auf immer und ewig zu lieben, dann weiß ich auch nicht mehr…
Fotos: Gerrit Starczewski – star-photo.de
Spielen statt arbeiten!
Und wenn man den Leuten dann endlich klargemacht hat, dass der Himmel über der Ruhr längst wieder blau ist; dass es Menschen hier gibt, die durchaus grammatisch unbedenkliche Sätze hinkriegen – wenn sie es wollen; dass wir mehr als Currywurstpommes auf dem Speiseplan haben, bisweilen sogar rohen, japanischen Fisch; wenn man also all diese Klischees als das entlarvt hat, was sie sind, Klischees eben, dann lebt eines immer noch fort, die Vorstellung nämlich, dass Fußball im Ruhrgebiet nicht gespielt, sondern GEARBEITET wird. Und dass die Fans das auch so WOLLEN!
Stellvertretend für meine Stadionkolleginnen und -kollegen aus Block B, also für Scotty, den Bootsmann, den Coach, Aule, den Cherusker und seine zwei Brüder, Babs und Bärbel und Cossi und nicht zuletzt meine beiden Söhne, rufe ich Fußballdeutschland von dieser Stelle ein energisches
NEIN!
entgegen. Auch wir wollen schönen Fußball sehen! Wir lieben und wir fordern das gepflegte Kurzpassspiel, traumhaft sichere Kombinationen, bei denen der überforderte Gegner nur noch mit dem Kopf schüttelt. Wir verzehren uns nach Lupfern, Beinschüssen und eleganten Dribblings, nach No-Look-Pässen aus dem Fußgelenk, nach Hackentricks brasilianischer Prägung! Auch wir stöhnen auf vor Begeisterung, wenn unser Mittelfeldregisseur den Ball mit der Brust stoppt, ihn mit dem Knie über den verdutzten Gegner hebt und die Pocke gleich volley in den Winkel jagt! Wir applaudieren, wenn unser Stürmer einen genialen Pass über vierzig Meter mit dem Fuß ansaugt, ohne dass der Ball auch nur fünf Zentimeter vom Schuh springt!
Klar ist auch: Wenn das mit dem Zauberfußball nicht hinhaut, weil der Gegner besser ist, das Gras zu hoch oder das Wetter zu schlecht, dann wollen wir, dass die Wiese brennt, dass die Jungs sich den Arsch aufreißen, keinen Ball verloren geben und so lange rennen, bis sie unters Sauerstoffzelt müssen, denn sie werden verdammt gut dafür bezahlt, aber:
DAS LIEGT NICHT DARAN, DASS UNSERE OPPAS IM BERGBAU ODER IM STAHL GEARBEITET HABEN!
Denn das will auch der Fan in Braunschweig, Bremen oder Berlin, in Freiburg, Frankfurt oder Fischbach, in Düsseldorf, Dresden oder Darmstadt! Auch im Ruhrgebiet heißt es Fußball SPIELEN!
Ich hoffe, das haben wir jetzt ein für alle Mal geklärt!
(Auschnitt aus: Frank Goosen – Radio Heimat. Geschichten von Zuhause)
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Da wäre bestimmt auch was für unsere Freunde von captain-trikot.de mit dabei!
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