POST uit NL …’vom niederländischen Tellerrand’ – History!

Veröffentlicht am: 1. Februar 2012 | Kategorie(n): POST uit NL

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Seit einiger Zeit berichtet unser Niederlande-Korrespondent Moddin Meyer (Rotterdam) in unregelmäßig-regelmäßigen Abständen schon aus dem Land des Käses, der Tulpen und der Cruijffs.

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History!

Samenstau, Kontaktmoment und die Zigarre danach

Am Sonntag gab es Historisches. In Melbourne spielt man das längste Finale der Grand-Slam-Geschichte und Rotterdam gewinnt „de klassieker“ gegen Ajax. Was aber haben Tennis und Fußball gemein? In Hollands höchster Liga geht es zwar nicht immer hochklassig her, spannend aber ist es allemal. Feyenoord verliert 6:0 bei Groningen, gewinnt die Woche darauf 4:0 gegen Arnheim. Groningen lässt dem 6:0 gegen die Rotterdamer ein 1:6 gegen PSV folgen. Utrecht schickt Ajax mit 6:4 nach Hause, wird seinerseits im nächsten Heimspiel von Twente mit 2:6 „verplettert“. Diese Endstände gleichen Tennisresultaten und sie erzählen von der Launenhaftigkeit dieser Liga.

Unabhängig von der Tabellensituation ist das holländische Derby zwischen Ajax und Feyenoord jedes Jahr ein Wettbewerb für sich. Das Höchste der Gefühle ist es, den ewigen Rivalen in einer Saison zweimal zu besiegen. Feyenoord gelingt das in der Saison 2005/06. So groß ist der Stolz, dass man eine DVD mit dem doppelten Derbysieg herausgibt. Pikanterweise gelingt in der Folge kein einziger Sieg mehr gegen Ajax. Bis zum vergangenen Wochenende: 4:2, Ajax „afgeschminkt“! Wie ein sechsjähriger Samenstau entlädt sich am Sonntag die Freude der Feyenoord-Fans, die ausflippen, dass die Fundamente von „De Kuip“ vibrieren. Das Stadion, Spitzname „Die Wanne“, feiert dieses Jahr nebenbei auch noch seinen 75. Geburtstag. Kurz vor der Eröffnung 1936 testet man die Standhaftigkeit, indem man 1500 Arbeitslose für einen Schnaps und eine Zigarre jubeln und hüpfen lässt.

Das Aufeinandertreffen zwischen Hauptstadt und Hafenstadt bietet in der diesjährigen Ausgabe noch mehr Historisches: John Guidetti gelingt ein Hattrick, wenn auch nicht (zeit)lupenrein – seine Fallsucht vor dem selbst verwandelten Elfmeter erzürnt die Ajax-Gemüter. Ein Kamerateam sucht in der Halbzeit sogar den Schiedsrichter in seiner Umkleidekabine auf, um ihn zu der strittigen Szene zu befragen. Eine peinliche Premiere und ein beklemmter „Kontaktmoment“, wie Spielleiter Björn Kuip(!)ers die Schwalbe nennt. Der letzte Hattrick eines Feyenoord-Spielers im Klassieker datiert von 1964. Feyenoord demütigt Ajax 9:4 und Coach Buckingham muss gehen. Der erste niederländische Trainer, der „piepjonge“ (35) Rinus Michels, kommt.

„Da geht er, ein großer Spieler. Ein Mann wie Steffi Graf!“ (Dahlmann verabschiedet Matthäus). Da möchte man den Finalisten von Melbourne hinterherrufen: „Zwei Buben wie Birgit Prinz!“, oder alternativ: „Zwei Jungs wie Inka Grings.“ Die Grings wollte eigentlich Tennisspielerin werden. Da sie vom Tennisverein nicht aufgenommen wurde, begann sie Fußball zu spielen. Und da endet sie, eine große Kolumne. Ein Text wie Guido Knopp.

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POST uit NL …’vom niederländischen Tellerrand’ – Fußball ist Krieg!

Veröffentlicht am: 6. Januar 2012 | Kategorie(n): POST uit NL

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Seit einiger Zeit berichtet unser Niederlande-Korrespondent Moddin Meyer (Rotterdam) in unregelmäßig-regelmäßigen Abständen schon aus dem Land des Käses, der Tulpen und der Cruijffs.

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Fußball ist Krieg! This is Ajax!

Der 19-jährige Wesley trinkt vor dem Pokalspiel Ajax-AZ einen halben Liter Cognac und einige Biere. Mit der Karte seines Bruders gelangt er trotz Stadionverbot in die ArenA. Er hat um 50 Euro gewettet, dass er auf das Feld rennt und den AZ-Torwart tritt. Wie wir inzwischen alle wissen, sind ihm nicht nur die 50 Euro sicher, sondern auch weltweite Aufmerksamkeit von ARD bis CNN, sowie eine sechsmonatige Gefängnisstrafe.

Hat sich Wesley bei seinem Angriff von De Jongs Karate-Attacke auf Alonso im WM-Finale inspirieren lassen? Vielleicht hat er sich die Worte „voetbal is oorlog“ des großen Rinus Michels zu Herzen genommen. In jedem Fall ist er ein Vertreter der niederländischen Fußballvandalismus-Tradition. Denn wer denkt, dass der hinterrückse Angriff auf den armen Esteban einen Tiefpunkt darstellt, der wird nach dem Lesen des folgenden Tiefpunktes und nochmal ‘n Tiefpunkt, und da ist dann noch ein niedrigerer Tiefpunkt, erkennen müssen, dass es sich hierbei im historischen Kontext nur um einen Lausbubenstreich handelt.

1989 wird Torwart Franz Wohlfahrt von Austria Wien beim Auswärtsspiel bei Ajax von einer Eisenstange getroffen. Der Kabarettist Freek de Jonge (Pastewka Staffel 4, Folge 11: „Der Kratzer“) ist an diesem Tag Gaststadionsprecher und heizt die Stimmung an mit Bemerkungen über den österreichischen Bundespräsidenten („Herr Waldheim bitte ans Telefon – Simon Wiesenthal möchte Sie sprechen!“). Austria macht in der Verlängerung das 1:1, womit Ajax ausgeschieden wäre. Der harte Kern der Ajax-Fans skandiert „Nazis!“ und der 17-jährige Gerald M. wirft Wohlfahrt eine Eisenwurz in den Rücken. Ajax wird ein Jahr lang vom Europapokal ausgeschlossen.

Auch zwei Jahre eher, beim Spiel zwischen Holland und Zypern im Rotterdamer Stadion „De Kuip“, ist der gegnerische Torwart Opfer der Gewalt. Beim Stand von 1:0 explodiert ein schwerer Knallkörper im Fünfmeterraum von Andreas Charitou. Das hätte ihn fast das Trommelfell und Holland fast die Qualifikation zur EM gekostet.

Am 10. Juni 1979 spielt Groningen gegen Telstar, als in der 32. Minute (beim Stand von 1:0) ein 19 cm langes Messer auf den Telstar-Spieler Fred Bischot geworfen wird. Das Messer verfehlt Bischot nur knapp.

Wer erklärt, warum in 3 der hier beschriebenen 4 Fälle das eigene Team 1:0 führt in dem Moment, da sich der Hass auf den Gegner entlädt? Handelt es sich um Jünger des „Wenn man das 1:0 erzielt, dann ist ein 0:0 nicht mehr möglich“-Kultes? Es handelt sich um Arschlöcher. Klootzakken. Stell dir vor es ist Krieg und kein Klötensack geht hin.

POST uit NL …’vom niederländischen Tellerrand’ – Au Backe!

Veröffentlicht am: 15. November 2011 | Kategorie(n): POST uit NL

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Seit einiger Zeit berichtet unser Niederlande-Korrespondent Moddin Meyer (Rotterdam) in unregelmäßig-regelmäßigen Abständen schon aus dem Land des Käses, der Tulpen und der Cruijffs.

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Berti und Bild, Göttersöhne und Galgenmännchen

Im Niederländischen gibt es diesen schönen Ausdruck für ein missglücktes Lächeln: „lachen als een boer met kiespijn“ (Lachen wie ein Bauer mit Zahnweh). Frank de Boer, Trainer von Ajax Amsterdam, ist sozusagen das Phantombild dieser Redensart. Am letzten Wochenende erlitten die Ajacieden eine spektakuläre 6:4 Niederlage gegen Utrecht im Stadion „Galgenwaard“ (Galgen-Deichvorland). Es sind schlechte Tage für Göttersöhne. Vielleicht war es keine gute Idee, sich nach Ajax zu benennen, der, je nach Überlieferung, wahnsinnig oder zum Selbstmörder wurde. Ein Fußballclub aus Hengelo wählte sich Achilles zum Namenspatron, obwohl allgemein bekannt sein dürfte, dass dessen Ferse äußerst verletzungsanfällig ist. Orion Nijmegen benannte sich nach einem blinden Vergewaltiger, der von seiner Geliebten versehentlich getötet wurde. Doch nun ist auch für Hermes und Heracles (Schutzpatron der Diebe aus Schiedam und Mörder dreier Söhne aus Almelo) erst einmal Länderspielpause.

Spiele zwischen Deutschland und Holland können durchaus mit klassischen Tragödien mithalten. Chris Willemsen schreibt in seinem Buch „De moeder aller nederlagen“: „Selbst wenn wir jedes Jahr zehn Mal zweistellig gegen die gewinnen, dann noch kann die Freude über diese Siege nicht den herzzerreißenden Schmerz des verlorenen WM-Finales aufwiegen.“ Man ist hierzulande davon überzeugt, dass die damals beste Mannschaft der Welt um den Titel betrogen wurde durch Berti Vogts und die Bild-Zeitung.

Die Schlagzeile „Cruijff, Sekt, nackte Mädchen und ein kühles Bad“ (heute hieße das wohl eher: Käse! Kicken! Kiffen! Ficken!) soll Johan Cruijff den Schlaf gekostet haben, da er am Telefon seine Frau beschwichtigen musste. Die nackten Mädchen soll der Bild-Mann selbst mitgebracht haben. Im Finale dann konnte der zerstreute Cruijff dem Terrier genau einmal entwischen, nämlich in der 1. Minute. Nach dem 1:0 aber klebte Vogts wie eine Briefmarke an Cruijff, und so machte der Wadenbeißer „Europas Fußballer des Jahrhunderts“ zur Achillesferse. Apropos Briefmarke: die niederländische Post hatte bereits vor dem Finale hunderttausende „Holland Weltmeister 74“-Marken drucken lassen. Wurden alle bis auf einen Bogen eingestampft. Hans van Breukelen, der sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat als über Rudi Völler gebeugter Schreihals, und der heute als Kommunikationstrainer arbeitet, schrieb 1989: „Die Deutschen lachten – eine Eigenschaft, die nicht wirklich zu ihnen passt. Die Grundlage ist Arroganz. Ich hoffe, dass sie nun so lange an Hamburg ’88 erinnert werden wie wir an das schreckliche Finale. Und lasst uns nun lachen, ohne arrogant zu werden.“ Lachen über einen Treppenwitz der Geschichte wie Frank de Boer mit Zahnweh.

POST uit NL …’vom niederländischen Tellerrand’ – Holland Weltmeister?

Veröffentlicht am: 20. Oktober 2011 | Kategorie(n): POST uit NL

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Seit einiger Zeit berichtet unser Niederlande-Korrespondent Moddin Meyer (Rotterdam) in unregelmäßig-regelmäßigen Abständen schon aus dem Land des Käses, der Tulpen und der Cruijffs.

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Hängepartien und Honkballknüppel

Dass bei der Fußball-WM 1966 deutsche Spieler gedopt gewesen sein sollen (dem Spiegel liegen scheinbar entsprechende Dokumente vor) führt in Holland zu der Kurzschlussschlagzeile „Oranje Weltmeister 1974!“, da man davon ausgeht, dass es auch in München nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann.

Im Hier und Jetzt lassen sich Hollands Honkballer (Baseballer) als Weltmeister feiern. Sie gewannen sensationell gegen den 25-fachen Weltmeister Kuba. Schwangen sie ihre Knüppel bislang von der Öffentlichkeit unbeachtet, wurde ihnen nun ein begeisterter Empfang auf dem Amsterdamer Flughafen bereitet.

Von Flughäfen vorerst genug haben die Fußballer von AZ. Die Alkmaarer haben es in der Euro League mit Metalist Kharkiv zu tun. Auf der Pressekonferenz fragt man Trainer Gertjan Verbeek, warum niederländische Vereine keine Europapokale mehr gewinnen. „Wir haben kein Schwarzgeld“. Der Dolmetscher diplomatisch: „Äh, weil wir weniger Geld haben…“ Geldnot hin oder her, für den Rückflug bezahlt AZ neuntausend Liter Kerosin, die Chartermaschine auf dem Flughafen Kharkiv (den der Präsident von Metalist bauen ließ) ist allerdings nur zu einem Drittel betankt – ein Zwischenstopp in Bulgarien ist nötig. „Höhere Gewalt“ findet Verbeek das, und außerdem „keine Reklame für die EM.“ Aufgrund dieser Verzögerung muss das Training ausfallen, dennoch weiß Alkmaar zwei Tage später Venlo souverän mit 3:1 zu besiegen. In dieser Partie fasst Adam Maher den Begriff „hängende Spitze“ allzu wörtlich auf. Nach einer missglückten Aktion im Strafraum springt er hoch und klammert sich an die Latte. Der Ball ist aber noch heiß und wird im Nachschuss von Brett Holman ins Tor geschossen. Maher lässt sich just in diesem Augenblick fallen – Abseits! Hätte er sich vielleicht nur ein wenig länger hängen lassen…

Der simbabwische Torwart Bruce mit dem niederländischen Nachnamen Grobbelaar (bedeutet soviel wie „Grapscher“!) war in der Lage, sich minutenlang von der Latte hängen zu lassen, was er dann auch gleich in einem seiner ersten Spiele für den FC Liverpool tat. Ein exzentrischer Tormann. Er hat bei der Dopingkontrolle aber nie mit dem Urinbecher geschmissen, so wie Oliver Kahn. Apropos Harngefäß: niederländische S-Bahnen haben keine WCs – wenn es zu sehr pressiert, besteht aber seit neuestem die Möglichkeit, sich vom Schaffner einen „plaszak“ (Pinkelbeutel) geben zu lassen. Man stelle sich vor: eine S-Bahn voll mit vollen Fußballfans. Nee, ne? Dann schon lieber: Holland Weltmeister!

POST uit NL …’vom niederländischen Tellerrand’ – Jubel? Trubel? Gurkenzeit!

Veröffentlicht am: 17. Juli 2011 | Kategorie(n): POST uit NL

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Seit einiger Zeit berichtet unser Niederlande-Korrespondent Moddin Meyer (Rotterdam) in unregelmäßig-regelmäßigen Abständen schon aus dem Land des Käses, der Tulpen und der Cruijffs.

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Märchenfeen und Schnapsideen

Die Eredivisie ruht, und es stellt sich die Frage: wie schlägt man die Sauregurkenzeit tot? Eine Zeit lang versuchte man, die Saison künstlich zu verlängern mit einem “Play-Off”-Modus. Eine Schnapsidee sondergleichen: 2006, bereits im ersten Jahr dieser in Europa einzigartigen Play-Offs brachte sich Vizemeister AZ Alkmaar um die Früchte einer langen Spielzeit und verlor gegen die Nr.5, FC Groningen. Groningen durfte in die CL-Quali, obwohl man in der Abschlusstabelle 18 Punkte weniger hatte als AZ!

Bessere Idee: selber Fußball spielen! Zum Beispiel beim “Polder Cup”, einer sehr niederländischen Variante des Spiels, bei der Entwässerungsgräben durch das Spielfeld laufen. Das verlangt den Spielern eine vollkommen neue Taktik ab! Doch bevor man in den Graben fällt, sollte man den Phantomschmerz Sommerpause anders bekämpfen. Beliebt ist da auch der Transferticker. Dieses Jahr zeichnet sich leider ein Exodus der Käseköppe aus der Bundesliga ab. Nachdem München bereits größtenteils enttulpifiziert ist, gehen dem HSV nun Mathijsen und van Nistelrooy flöten. Ausgerechnet jetzt, da das Trikot wie eine Hommage Hollandaise daherkommt…

Lernt man vor lauter hochsommerlicher Langeweile Holländisch, will einem das Lehrbuch weismachen, der Pastor heiße “dominee” und die Pastorin “domina”! Für die meisten Berufsbezeichnungen ist eine weibliche Endung jedoch nicht vorgesehen. Deshalb: Arzt = arts, Ärztin = arts. Es gibt auch nur die eine, männliche Form vom “bondskanselier”. Deshalb fand man es in Holland bemerkenswert, dass “Bundeskanzlerin” sogar zum Wort des Jahres wurde, bzw. fand man das “opmerkelijk”. Dass deutsche Kommentatoren allerdings, sinnsuchend in Sommerlöchern stochernd, von “Sturmspitzin” faseln ist den Menschen hierzulande, sieben Meter unter normal Null, zu hoch. Ein holländisches Sommermärchen gab es beinahe, als Frauen-Oranje (“Clockwork Orangenhaut”) 2009 das EM-Halbfinale erreichte. Das Fernsehen übertrug live, aber erst nachdem der Anpfiff ertönt war. Man stelle sich das einmal bei den Männern vor! BILD-Kolumnist Wagner schrieb den DFB-Damen 2007: „(ihr habt) den ganzen Männerzauber entzaubert (…) schreit nicht „aua“ (…) Da gibt es nicht „Sei ein Mann!“, „Sei eine Frau!“ Da gibt es „Sei ein kämpfender Mensch!“. Nun, vier Jahre später warf er Silvia Neid vor „Sie sind keine Mutter oder sentimentale Oma. Sie haben nicht mitgeweint.“ Wie schlägt man die Sauregurkenzeit tot? Hirntot ist schon mal ein Anfang.

POST uit NL …’vom niederländischen Tellerrand’ – Glückwunsch!

Veröffentlicht am: 20. Mai 2011 | Kategorie(n): POST uit NL

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Seit einiger Zeit berichtet unser Niederlande-Korrespondent Moddin Meyer (Rotterdam) in unregelmäßig-regelmäßigen Abständen schon aus dem Land des Käses, der Tulpen und der Cruijffs.

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Aller guten Dinge

Die Idee: erst nach Dortmund düsen, dort mit der Borussia jubeln, und dann in die „Prignitzer Eisenbahn“ einsteigen, um wenig später in Enschede den niederländischen Meister zu feiern. Meine Süße, geboren und verzogen in Twente, wollte allerdings nichts wissen von „düsen“ oder „Prignitz“. So gingen wir ins Café Ari, um das historische Endspiel um die Meisterschaft zwischen Ajax und Twente zu gucken. Man sollte es nicht für möglich halten, aber in dieser Ur-Rotterdamer Kneipe waren die Ajax-Anhänger in der Überzahl. Denen musste man am Ende leider „tandenknarsend“ (zähneknirschend) gratulieren.

Vor dem Spiel war die Twente-Fraktion noch zu Scherzen aufgelegt: wer auf Google „Ajax kampioen“ (Ajax Meister) suche, erhalte als Frage: „meinten Sie: FC Twente Meister?“. Außerdem hieß es, Ajax habe den Rasen in der Arena durch Papier ersetzt… schließlich sei Ajax auf dem Papier besser als Twente.

Sieben saure Jahre hatte Ajax auf den 30. Meistertitel und somit den dritten Stern auf dem Trikot warten müssen. Die niederländische Sternenkunde ist übrigens ganz einfach: 10 Meisterschaften = 1 Stern, im Gegensatz zur deutschen, wo man einen Stern für drei, zwei für fünf und drei Sterne für 8,3 Titel bekommt. Ajax hat sich selbst den Spitznamen „Judenclub“ gegeben, und der Barmann nutzt diese Steilvorlage (hier sagt man „inkoppertje“): „Es ist schon komisch, dass die Juden so gerne noch einen Stern haben möchten!“. Auch er gratuliert nach dem Schlusspfiff den Ajacieden. „Herzlichen Glückwunsch zum Trainer!“. Tatsächlich: Frank de Boer, im Dezember noch Trainer der A-Jugend, erwies sich als Glücksgriff und schaffte, was Marco van Basten und Martin Jol misslang, nämlich Ajax wieder zur Nr.1 im Land zu machen. Man darf doppelt und dreifach gratulieren, denn de Boer hat an diesem 15. Mai Geburtstag, und in den Niederlanden gratuliert man nicht nur dem Geburtstagskind, dem „Jährigen“, sondern auch dem Bruder, Vater, der Mutter, Tochter, dem Nachbarn… Das kann mitunter wunderliche Blüten treiben: Meine Schwiegermama und ich telefonieren an meinem Geburtstag. Nachdem sie mir gratuliert hat, will sie auch ihrer Tochter zu mir gratulieren. Antje ist aber nicht da, weshalb ich den Auftrag bekomme: „Gratuliere ihr dann zu dir von mir!“

An dieser Stelle gratuliere ich Ajax zur 30. Meisterschaft – die Spieler sind so (glücks-)trunken, dass sie die Meisterschale vom Dach des Busses schmeißen. Und ich gratuliere mir selbst zur 30. Ausgabe von „Post uit NL“: Gefeliciteerd!

Video Nuon energieshirt: Na, also, da ist sie wieder rechtzeitig zur WM 2010 in Südafrika – die gute alte Niederlande – Deutschland – Rivalität!

Veröffentlicht am: 4. Juni 2010 | Kategorie(n): Fußball-Video des Tages


Mit freundlichen Grüßen unseres Niederlande-Korrespondenten Moddin Meyer: Het Nuon energieshirt, het shirt dat oranje wordt door jouw energie! Bestel jouw shirt op: http://www.nuon.nl/

Mein WM-Favorit für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika: Niederlande (De Wildebeesten – Wild van Oranje!)

Veröffentlicht am: 2. Juni 2010 | Kategorie(n): Fußball-Lieder

Der niederländische Beitrag zum “World Championships Song Contest 2010″ in Südafrika!

Highlights & alle Tore vom WM2010-Vorbereitungsspiel Niederlande – Ghana 4-1
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Die spannendsten, lustigsten und skurrilsten Geschichten zur Fußball-WM 2010 in Südafrika stehen auch in dem neuen Buch »Halbzeitpause – Die Fußball-Klolektüre«. Ab Oktober im Handel! Alle Infos hier!

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