Reviersport-Gastkommentar: Outing – Ich liebe Fans des BVB und des FC Schalke 04!

Veröffentlicht am: 15. April 2012 | Kategorie(n): Fundstücke: Artikel, Fotos, Zitate

Outing – Ich liebe Fans des BVB und des FC Schalke 04!

Auch wenn ich weiß, dass ich dafür einen verpasst bekommen werde, oute ich mich heute: Ich liebe jeden echten Fußballfan, der zu seinem Verein gekommen ist wie die Jungfrau zum Kinde, der sich nicht entschieden hat, sondern von seinem Klub einfach gepackt wurde – irgendwann in einem magischen Moment. Ganz egal wann es war, wie es geschah und welcher Verein es auch ist: Vor diesen Menschen habe ich den größten Respekt, denn sie fühlen wie ich, sie denken wie ich und sie wissen genauso gut wie ich, dass sie von dieser Scheiße nie wieder loskommen werden. Wir sind Verbündete in einer Schicksalsgemeinschaft!

Und dennoch gibt es etwas, das uns trennt. Wir sind Anhänger verschiedener Vereine! Wir sind Fans von Klubs, die wir uns nicht selbst ausgesucht haben; sie wurden uns gegeben. Und mit ihnen ihre Geschichte, ihre Idole und ja, auch ihre Fans. Und wenn ich ehrlich bin: Das ist ein Problem! Denn nicht alle Anhänger meines Vereins kann ich automatisch mögen. Es gibt da echte Dumpfbacken unter ihnen. Nazi-Wichser, Leute, die andere diskriminieren, gewalttätig werden oder sonst wie asozial auffallen. Solche Typen sind leider in jeder größeren Menschenansammlung zu finden, doch ich wüsste keinen Grund, warum ich diese Arschlöcher toll finden sollte, nur weil sie die richtigen Farben tragen.


Am Samstag beim Derby auf Schalke gab es bei beiden Klubs Anhänger, die ich sehr gerne habe, weil sie aus dem einzig wahren Grund Fan ihres Vereins geworden sind. Was ich jedoch schon immer Scheiße fand: Wenn Fußballanhänger jenseits von den wunderbaren Frotzeleien, die unseren Sport so großartig machen, nach 90 Minuten nicht wieder ein Bier zusammen trinken können, sondern sich gegenseitig beweisen müssen, wie beschissen der andere doch ist. Dieser Hass kotzt mich an. Denn sie vergessen dabei das Entscheidende: Es war Zufall, welchen Verein sie abbekommen haben. Und eigentlich ist es auch ganz egal, welcher es ist. In jedem Klub gibt es Idioten, gegen die es sich lohnen würde gemeinsam anzukämpfen. Stattdessen machen sich Leute gegenseitig fertig, die sich eigentlich mögen sollten, weil sie die gleiche Liebe in sich tragen. Irgendwie schade – immer wieder aufs Neue! (P.S.: Glückwunsch an die Fans des BVB zur Meisterschaft!)

Video: Twente Enschede gegen Schalke 04 – Rote Karte, Elfmeter, Pappnasen, Matip, Faller, Stolpern und Horst Heldt!

Veröffentlicht am: 9. März 2012 | Kategorie(n): Fußball-Video des Tages

Video: Beim Europa League Spiel zwischen Twente Enschede kommt es zu einer höchst kuriosen Situation: Elfmeter, Rote Karte für Matip und ein Sportdirektor Horst Heldt, der geladen ist: “Jeder sieht, dass der über seine eigenen Beine fällt, aber da stehen drei Pappnasen draußen. Dazu gibt es noch einen Torrichter – ich weiß gar nicht, was der macht. Das ist wohl Beschäftigungstherapie.”

Buchtipp fürs Wochenende: Revier-Derby – Schalke 04 – Borussia Dortmund – Die Geschichte einer Rivalität!

Veröffentlicht am: 25. November 2011 | Kategorie(n): Fußball-Bücher

Für den “Coolibri” habe ich über Gregor Schnittkers Buch Revier-Derby: Schalke 04 – Borussia Dortmund: Die Geschichte einer Rivalität schon kurz nach der Veröffentlichung dieses hier geschrieben: “Eines der beeindruckendsten Fußballbücher der letzten Zeit, mit einer tollen Recherche-Arbeit, wunderbaren Protagonisten und lebendigen Geschichten. Ich, als VfLer, wäre froh, wenn mein Verein, einer der beiden beteiligten Klubs wäre. Ist er aber nicht. Das Revier-Derby ist Schalke gegen Dortmund. Und der Autor und Fernsehmoderator Gregor Schnittker zeigt uns Fußballfans auf unterhaltsame und spannende Art und Weise, warum das so ist. Ein uneingeschränkter Lesetipp!

TV-Dokumentation: Kohle, immer Kohle. Über Fußball, Idole, Legenden und Leben im Revier!

Veröffentlicht am: 2. November 2011 | Kategorie(n): Fußball-Filme

Leider nur in zwei Teilen (ohne den ersten)!

Reviersport-Gastkommentar: Dem Fritz Walter sein Wetter Sommer!

Veröffentlicht am: 15. August 2011 | Kategorie(n): Fußball-Stammtisch

Manchmal ist Fußball eben doch ganz einfach. Ausgeklügelte Spielsysteme, hochbezahlte Profis, intelligente Trainer, engagierte Fans – all das kann man als Erfolgsfaktoren auf dem Weg zum viel zitierten »Dreier« getrost vergessen. Der Trainer des designierten Meisters dieser Spielzeit, Jupp Heynckes, hatte in Wolfsburg schnell erkannt, woran es diesmal haperte: »Der Rasen war sehr stumpf.« Und wichtig im Nachsatz: »Das ist auch mit Intention geschehen!« Man rekapituliere also: Was der Wetter-Gott nicht schafft, Felix Magath kann es!

Stumpfer, trockener Rasen in einer Jahreszeit, die mich dazu brachte, T-Shirts mit dem Aufdruck »Dem-Fritz-Walter-sein-Wetter-Sommer« zu drucken, ist fast schon wieder lustig. Aber irgendwie passt das zum unentspannten Auftritt des Trainers des FC Bayern, den Wolfram Wuttke ja nicht umsonst irgendwann einmal »Osram« taufte. Nichts ist mehr geblieben von der ansteckenden Lockerheit und den lustig funkelnden Augen seines Kurzgastspiels beim Stern des Südens vor zwei Jahren. Heynckes erinnert viel mehr frappierend an seine notorisch genervten Tage auf Schalke.

Apropos Schalke. Dort ist die Welt ja endlich wieder in Ordnung. Mit einem Griff ins Portemonnaie werfen wir drei Euro ins Phrasenschwein und stellen fest: So schnelllebig ist nur der Fußball! Letzte Woche noch die Sorge vor dem Abstiegskampf und nun jubiliert man über Facebook und Twitter aus den königsblauen Feriendomizilen weltweit bereits wieder: »Schalke vor Dortmund und Bayern!« Dass das im Moment nur Tabellenplatz sieben bedeutet, ist sicherlich übertriebene Erbsenzählerei.

Fünf Tore sorgten für heile, heile Gänsje auf Schalke. Auch mit dem galaktischen Medienspektakel aus Spanien ist wieder alles in Butter. Und das liegt vor allem an dieser einen wunderbaren Szene aus der 59. Minute. Raúl González Blanco erzielte mit seinem spektakulären Heber über Michael Rensing einen der schönsten Treffer der Bundesligageschichte. Man könnte meinen, das bekämen nicht allzu viele Profis hin, aber in Dortmund ist man auch nach der zu erwartenden Niederlage in Hoffenheim weiterhin durchaus selbstbewusst, wie ein User im Angesicht des vierten Schalker Tores auf youtube schrieb: »Kevin Großkreutz macht das mit verbundenen Augen!«

Falls es jemanden interessiert, wie mein Wochenende war – es war bescheiden! Während ich im Ruhrstadion nach unglaublichen fünfzehn Anfangsminuten zunehmend die gleiche Scheiße sah wie in den vier Pflichtspielbegegnungen zuvor, versuchte die angeheiratete Schalker Sippe meinem Sohn auf Crange königsblaue Devotionalien unterzujubeln. Erst ein Machtwort per Telefon verhinderte Schlimmeres.

Doch was mache ich mir eigentlich Sorgen? Nachdem der VfL-Opa ihn am Samstag bei einem Besuch mit einem Haushaltsgegenstand spielen lassen hatte, wollte er das nun auch bei Mama und Papa. Mit stoischer Hartnäckigkeit fragte er den Rest des Wochenendes: »Wo ist meine Leiter?« Ich deute das mal als gutes Zeichen: Auch mein Junge will unbedingt wieder hoch in die erste Liga!

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